Zetsche hält an Beschäftigungssicherung fest - Clement bekundet Respekt
Hoffen auf neue Ära bei Daimler-Chrysler

An der Börse wird die Nachricht vom Abschied Jürgen Schrempps beim deutsch-amerikanischen Autokonzern Daimler-Chrysler mit einem Kursfeuerwerk gefeiert. Analysten, Fondsmanager und Aktionärsschützer begrüßen den Schritt und hoffen nun auf bessere Zeiten.

HB DÜSSELDORF/FRANKFURT. „Schrempp hat in der Vergangenheit viele strategische Fehlentscheidungen getroffen“, sagte Jürgen Pieper, Analyst beim Bankhaus Metzler. Ein Händler bei einer anderen Bank erklärte: „Schrempp ist mit seinem Vorhaben, einen globalen Autokonzern zu formen, kläglich gescheitert. Er hat mit den Zukäufen von Misubishi und auch Chrysler eine gute Marke ruiniert.“ Mit Zetsche verbanden die Börsianer dagegen die Sanierung von Chrysler, wo er einen „guten Job“ gemacht habe, wie HVB-Analyst Georg Stürzer ergänzte.

Der Traum von Schrempp, einen weltumspannenden Konzern zu schaffen, sei gescheitert, urteilte auch die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), die den Chefwechsel ausdrücklich begrüßte. Die Zeche hierfür hätten die Aktionäre gezahlt. „Wir hoffen, dass mit dem Nachfolger endlich wieder erfolgreichere Zeiten für Daimler-Chrysler anbrechen“, kommentierte DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker die Nachricht vom Rücktritt. Auch dem Aufsichtsrat werde kein gutes Zeugnis ausgestellt. Die DSW hatte dem Kontrollgremium auf der Hauptversammlung des vergangenen Jahres die Entlastung mit der Begründung verweigert, dass der Vertrag von Schrempp, obwohl er mit seiner Strategie bereits gescheitert sei, vorzeitig verlängert wurde.

Ähnlich reagierte man bei der Fondsgesellschaft Union Investment. „Das Unternehmen kommt aus einem tiefen Tal der Tränen,“ sagte Thomas Meyer, Fondsmanager und Spezialist für den Stuttgarter Autobauer. „Mit dem Wechsel wird eine neue Ära eingeleitet und ein frischer Wind wehen.“ Wichtig sei, dass der Restrukturierungskurs fortgeführt und die Profitabilität gesteigert werde. Von dem künftigen Konzernchef Dieter Zetsche werde erwartet, dass er sich die Gesamtstruktur noch einmal unter Lupe nehme und auch einzelne Bereich kritisch prüfe, denn „ein Weiter so wird es mit ihm sicher nicht geben“.

Marktanlayst Philipp Rosengarten vom Prognoseinstitut Global Insight erwartet, dass Zetsche die Zusammenarbeit von Mercedes-Benz und Chrysler ausbaut. Er kenne aufgrund seiner Karrierestationen sowohl die Situation bei Mercedes-Benz als auch bei Chrysler sehr gut, sagte Rosengarten am Donnerstag. Der noch an der Spitze der US-Tochter Chrysler stehende Zetsche war zuvor unter anderem in führenden Positionen in Mercedes-Vertrieb und -Entwicklung tätig. Außerdem leitete der Manager früher die Nutzfahrzeugsparte.

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