Zetsche kommt weitere Amtszeit Schrempps nicht ungelegen
Künftiger Daimler-Vorstand formiert sich

Beim fünftgrößten Autohersteller der Welt, der Daimler-Chrysler AG, beginnt das Stühlerücken: Nach Angaben aus Unternehmenskreisen könnte Ende des Jahres neben einer Vertragsverlängerung für Personalvorstand Günther Fleig auch bereits der Verbleib von Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp an der Spitze Thema im Aufsichtsrat werden.

FRANKFURT/M. Einen Beschluss über den Vorstandsvorsitz wird das Gremium auf seiner Sitzung im Dezember aber aus rechtlichen Gründen noch nicht treffen. Während Schrempps Vertragsverlängerung als sicher gilt, ist das Rennen um die Nachfolge von Mercedes-Chef Jürgen Hubbert noch offen.

Eine Entscheidung über den Vorstandsvorsitz von Daimler-Chrysler kann das Gremium nach Aktienrecht frühestens im April 2004 treffen, da laut Gesetz eine Verlängerung erst ein Jahr vor Vertragsende möglich ist. Im Herbst 2001 hatte Schrempp zwar schon einmal mit einem Rücktritt die vorzeitige Verlängerung seines Vertrages durchgesetzt. Doch diesmal soll es anders laufen: Ein Sprecher des Aufsichtsratschefs Hilmar Kopper stellte klar, dass die Frist eingehalten werde. In der Stuttgarter Konzernzentrale wollte niemand die Personalien kommentieren.

Branchenkenner gehen davon aus, dass sich der Aufsichtsrat bereits kurz nach der Hauptversammlung im April 2004 mit dem Thema Schrempp beschäftigen wird. Denn erst nach der Entscheidung über den Chefposten soll der Nachfolger für Hubbert ausgewählt werden, der im April 2005 mit dann 65 Jahren definitiv in den Ruhestand geht.

Als ein Favorit für den Mercedes-Chefsessel gilt derzeit in Unternehmenskreisen Chrysler-Manager Wolfgang Bernhard. Der zweite Mann bei der angeschlagenen US- Sparte hinter Dieter Zetsche hat sich einen Ruf als knallharter Kostensenker erworben. Er ist mit 43 Jahren allerdings noch recht jung für die Aufgabe. Doch sein schneller Aufstieg in den Konzernvorstand im Jahr 2002 galt auch als Signal für eine Verjüngung des Top-Managements. Bernhard stößt jedoch auf wenig Sympathien im Arbeitnehmerlager und verfügt über keine Hausmacht. Chancen werden auch dem neuen Daimler-Forschungsvorstand Thomas Weber eingeräumt, der davor das A-Klasse-Werk Rastatt leitete.

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