Zetsche kündigt Chrysler-Sanierungsplan für 2007 an
Neue Nahrung für Chrysler-Gerüchte

Die Spekulationen über eine Trennung von Daimler-Chrysler von seinem erneut mit schweren Problemen kämpfenden US-Arm Chrysler reißen nicht ab. „Wir wären geradezu leichtfertig, wenn wir keine Ausstiegsszenarien vorbereiten ließen“, zitiert das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ ein Vorstandsmitglied in seiner neuen Ausgabe.

HB STUTTGART/HAMBURG. Es ist das bisher deutlichste Anzeichen dafür, dass Chrysler nach Jahren harter Sanierung doch noch zur Disposition stehen könnte. Der Konzern hatte vor einigen Tagen nach einem Aufflammen der Gerüchte betont, es gebe keine Pläne, Chrysler zu verkaufen.

Chrysler hatte die Konzernbilanz für das dritte Quartal mit einem Milliardenverlust verhagelt. Die Spekulationen über die Zukunft des einmal bereits schmerzhaft sanierten US-Arms hatten zugenommen, nachdem Daimler-Chrysler-Finanzchef Bodo Uebber sich in einer Telefonkonferenz am Mittwoch wiederholt weigerte, zu direkten Fragen nach einem möglichen Verkauf von Chrysler oder einer Allianz mit anderen Herstellern Stellung zu nehmen. Der Konzern bekräftigte daraufhin frühere Erklärungen, dass es keine Pläne für einen Chrysler-Verkauf gebe.

Zetsche hatte in seiner Zeit als Chrysler-Chef vor einigen Jahren mehrere Werke geschlossen und rund 26 000 Stellen gestrichen. Der US- Arm galt daraufhin als dauerhaft saniert. In diesem Jahr sammelten sich jedoch wegen eines Absatzeinbruchs große Neuwagenbestände an, so dass die Produktion drastisch heruntergefahren werden musste. Daimler-Chrysler kündigte an, Maßnahmen zur Verbesserung der Lage würden derzeit intern geprüft und sollen erst 2007 vorgelegt werden.

Der „Spiegel“ berichtet nun, ein Szenario sehe vor, dass der Konzern Chrysler ausgliedert und an die Börse bringt. Möglich sei auch, dass sich ein anderer Hersteller an Chrysler beteilige und eigene Modelle in den nicht ausgelasteten US-Fabriken montiere. Als möglichen Partner nennt der „Spiegel“ dabei den VW-Konzern.

Zetsche nahm in einem Interview mit den „Stuttgarter Nachrichten“ in deren Samstagausgabe nicht zu den Trennungs-Gerüchten Stellung. Er verteidigte allerdings das Vorgehen bei Chrysler. Im Vergleich zu den riesigen Milliardenverlusten von Wettbewerbern wie General Motors oder Ford bewege man sich auf ganz anderem Niveau. Bei Chrysler sei die Rechnung nicht aufgegangen, die Händlerbestände im Sommerverkauf wieder abzubauen. Zetsche führte dies auf die hohen Spritpreise zurück, die die Amerikaner vom Kauf großen Wagen abhielten sowie auf hohe Rabatte der Konkurrenz.

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