Zetsche und die Chrysler-Sanierung
Doktor Z und das Projekt X

Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche hatte einst die kränkelnde US-Tochter wieder aufgepeppelt. Die US-Amerikaner feierten ihn als Held. Nun kehrt er an seine alte Wirkungsstätte zurück und muss eingestehen, dass die Genesung von Chrysler nur von kurzer Dauer war. Zetsche packt die Sache erneut an – doch dieses Mal wird es schmerzhaft.

AUBURN HILLS. Dieter Zetsche kommt durch die Seitentür. Die Hand locker in der linken Hosentasche, erträgt er das Blitzlichtgewitter der Fotografen im Chrysler- Technikzentrum in Auburn Hills. Der Mann, der sonst immer so freundlich, locker und bodenständig daherkommt, versucht es dieses Mal erst gar nicht mit einem Lächeln oder einem flotten Spruch.

„Ich habe eine Glatze, einen großen Schnurrbart und kein Problem, mich zum Narren zu machen“, hat er mal von sich behauptet. An diesem Mittwoch ist ihm aber nicht zu Witzen zu Mute. Jetzt ist die andere Seite des Doktor Z. gefragt: die analytische, die strukturierte, die Probleme nüchtern erfasst und Lösungen sucht, die den amerikanischen Patienten Chrysler genau durchleuchtet und einen Therapieplan aufstellt.

Und der fällt schmerzlich aus – auch für Zetsche selbst. Der Daimler-Chrysler-Chef schließt die Trennung von der amerikanischen Tochter und damit von seinem Sorgenkind nicht mehr aus. Zetsche springt an diesem verschneiten Valentinstag in Auburn Hills über seinen Schatten, als er dies verkündet: „Wir prüfen alle Optionen.“

Ewigkeiten entfernt scheinen an diesem Morgen die Zeiten, als der 53-Jährige zu E-Gitarre und Violine griff oder aus Kisten sprang, um unter dem Applaus des Publikums neue Modelle auf der Autoshow in Detroit vorzustellen. Dabei ist das alles kaum ein Jahr her.

Zetsche hatte gerade den Posten an der Spitze von Daimler-Chrysler in Stuttgart übernommen und mächtig Tempo gemacht: Mitsubishi abgewickelt, MTU verkauft, die Beteiligung an EADS reduziert. Vor allem aber: die Kernmarke Mercedes wieder fit gemacht.

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