Ziegelhersteller
Wienerberger fürchtet Einbruch

Das dritte Quartal lief für Wienerberger ganz ordentlich: Dank einer leichten Erholung der Bautätigkeit in Westeuropa und vor allem Einsparungen ist der österreichische Baukonzern in die Gewinnzone zurückgehrt. Der Ausblick fällt allerdings düster aus.
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HB WIEN. Wenig optimistisch ist indes der Ausblick des weltgrößten Ziegelherstellers. In Mittel- und Osteuropa, einer der Kernregionen des Konzerns, werde die Nachfrage nach Wand- und Dachziegeln weiter gedämpft bleiben. In Westeuropa und in Skandinavien gebe es dagegen eine Bodenbildung, allerdings auf niedrigem Niveau, hieß es am Mittwoch im Aktionärsbrief.

"Bis Jahresende gehe ich von einer Fortsetzung der Trends aus. Ich erwarte keine spürbare Verbesserung im Baustoffsektor in Zentral-Osteuropa", sagte Wienerberger-Chef Heimo Scheuch.

Die Unsicherheit über die Wirtschaft und hohe Arbeitslosigkeit sowie Sparpakete in vielen Ländern verunsicherten die Konsumenten. Damit unterblieben auch Investitionen in neue Häuser und Wohnungen. Scheuch wagte keinen konkreten Ausblick.

Auch für 2011 ließen sich keine Prognosen machen.

Wienerberger will daher die Kosten weiter senken. Schon im dritten Quartal kam die Ergebnisverbesserung fast ausschließlich aus der im Vorjahr eingeleiteten Restrukturierung. Der Umsatz stagnierte bei 518 Mio. Euro. Unter dem Strich verdiente der weltgrößte Ziegelhersteller aber 17,1 Mio. Euro, nach einem Verlust von 2,3 Mio. Euro in der Vorjahresperiode.

Bessere Ergebnisse dürften auch bei anderen Unternehmen vor allem aus Einsparungen resultieren. Der HeidelbergCement-Konzern, der am Donnerstag Zahlen vorlegt, dürfte dadurch den Gewinn steigern können.

An der Börse geriet die Wienerberger-Aktie trotz des verbesserten Ergebnisses unter Druck, weil das Unternehmen den Konsensus von 25,4 Mio. Euro klar verfehlte. In einem wenig veränderten Wiener Markt verlor das Papier eineinhalb Prozent auf 11,8 Euro.

Wienerberger dürfte laut Analysten auch zu kämpfen haben, die Prognosen für das Gesamtjahr zu erfüllen. Nach Thomson Reuters-Daten wird ein Betriebsergebnis vor Abschreibungen von rund 230 Mio. Euro erwartet. Per Ende September 2010 lag es lediglich bei 160,5 Mio. Euro. "Die Ziffern zeigen, dass es für sie schwierig wird, den Konsensus zu erfüllen", sagte Analyst Flor O'Donoghue von Davy, einem Spezialisten für die Bauwirtschaft. ING und die Deutsche Bank hatten schon im Vorfeld der Q3-Zahlen die Empfehlungen für das Papier zurückgenommen.

Wienerberger hat die Wirtschaftskrise im Vorjahr hart getroffen. In fast allen seiner Märkte ging der Wohnbau stark zurück. Der Konzern verlor rund ein Viertel des Umsatzes. Unter dem Strich summierte sich ein Verlust von knapp 260 Mio. Euro. Wienerberger musste 30 Werke schließen.

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