Ziegelhersteller
Wienerberger verdient mehr

Der Wohnungsbauboom hat dem Ziegelhersteller Wienerberger ein Umsatzplus von acht Prozent beschert, auch der Gewinn zog leicht an. Für 2011 geht das Unternehmen weiterhin von einem Nettogewinn aus.
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WienDer Wohnungsbauboom in Teilen Westeuropas lässt beim weltgrößte Ziegelhersteller Wienerberger nach zwei verlustreichen Jahren die Kassen klingeln. Im ersten Halbjahr verbuchte das österreichische Unternehmen einen Gewinn von 37,5 Millionen Euro nach einem Verlust von 39,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr erwartet Firmenchef Heimo Scheuch weiterhin einen Nettogewinn - sofern sich das wirtschaftliche Umfeld nicht längerfristig eintrübt.

„Ich gehe davon aus (...), dass wir für das Gesamtjahr auch eine deutliche Ertragssteigerung haben werden. Die wird sich zwar etwas abflachen über das zweite Halbjahr, aber wir werden durchaus ein gutes zweites Halbjahr hinbringen“, sagte Scheuch am Mittwoch.

An der Börse kamen die Zahlen gut an. Die Wienerberger-Aktie legte in einem schwachen Umfeld gut zwei Prozent zu.

In wichtigen Märkten wie Deutschland, Frankreich und Belgien rechnet der Konzern auch in der zweiten Jahreshälfte mit einer starken Nachfrage im Wohnungsbau. „Ich gehe davon aus, dass jetzt nicht eine große Rezession über uns hereinbricht“, sagte der Firmenchef. Vor allem in großen Städten wie München, Düsseldorf, Köln, Hamburg und Berlin sei Wohnraum knapp und daher werde die Nachfrage hoch bleiben, gab er sich zuversichtlich. Auch im wichtigsten osteuropäischen Markt Polen liefen die Geschäfte gut. In den USA dagegen werde die Nachfrage wegen der dortigen Schuldenkrise voraussichtlich auf dem derzeit niedrigen Niveau bleiben.

Profitieren konnte Wienerberger im ersten Halbjahr auch von Preiserhöhungen, die das Unternehmen sukzessive umsetzt. Während die Durchschnittspreise im vergangenen Jahr noch um fünf Prozent zurückgingen, legten sie im ersten Halbjahr ein Prozent zu. Beim Nettoergebnis schlug zudem ein positiver Einmaleffekt von 33 Millionen Euro durch einen Anteilstausch mit dem Partner Monier

zu Buche: Wienerberger erhielt für 50 Prozent am Betondachsteinproduzenten Bramac von Monier 25 Prozent am Dachziegelhersteller Tondach Gleinstätten und eine Ausgleichszahlung. Doch auch bereinigt um den Effekt konnte der Konzern sein Ergebnis deutlich steigern.

Weitere Übernahmen habe Wienerberger vorerst nicht geplant, sagte Scheuch. Dennoch will der Konzern bis zum 22. November bis zu 2,35 Millionen eigene Aktien zurückkaufen und diese bei Gelegenheit als Zahlungsmittel für Akquisitionen verwenden. Zum aktuellen Kurs von 9,23 Euro würde der Rückkauf Wienerberger rund 22 Millionen Euro kosten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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