Zigaretten-Schachteln
Schwarze Lungen feuern Raucher nur an

In den USA sollen bald Fotos von schwarzen Raucherlungen auf Zigarettenschachteln die Raucher abschrecken. Dagegen klagen jetzt vier Tabakkonzerne. Zurecht, denn die Maßnahmen bringen nichts. Ein Kommentar.
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DüsseldorfAustralien tut es schon, in den USA geht es in einem Jahr los und in Europa ist es im Gespräch: Auf Zigarettenschachteln werden Fotos von schwarzen Raucherlungen oder toten Männern mit zugenähtem Brustkorb abgebildet. Das soll Raucher von ihrem Laster abhalten. Mit den neuen Vorgaben für die Gestaltung der Packungen wollen Politiker sicherstellen, dass keine positive Assoziationen mit dem Rauchen verbunden werden.

Das Unterbewusstsein des Rauchers möge sich also doch bitte nicht mit romantischen Cowboy-Landschaften beschäftigen, sondern mit verteerten Lungen und Raucherbeinen. In den USA sollen solche Warnhinweise ab September 2012 auf die obere Hälfte der Vorder- und Rückseite von Zigarettenpackungen sowie auf ein Fünftel von Zigarettenreklamen gedruckt werden.

Dagegen gehen große Tabakunternehmen nun vor. Die neuen Warnhinweise seien ein "verfassungswidriges Mittel", um die Tabakindustrie dazu zu zwingen, die Anti-Raucher-Botschaft der Regierung zu verbreiten.

Ob der Einspruch vor Gericht Bestand haben wird, ist offen. Unstrittig sind die Konzerne keine Engel und bedürfen keiner Fürsprache. Aber im Kern haben sie recht: Fotos von schwarzen Lungen gehören nicht auf Zigarettenpackungen. 

Zum einen sollten Politiker die Verhältnismäßigkeit beachten: Die Großwildjagd auf Raucher steht bald in keinem Verhältnis mehr zu den Eindämmungsmaßnahmen von Alkohol- und übermäßigem Fettkonsum.

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Die optimale Höhe bei der Tabaksteuer

Kommentare zu " Zigaretten-Schachteln: Schwarze Lungen feuern Raucher nur an"

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  • Tatsache ist das keineswegs, sondern Unsinn!
    Der Statt nimmt 14 Milliarden Euro jährlich an Tabaksteuern ein und die durch den Tabakkonsum verursachten Kosten betragen nahezu 40 Milliarden Euro. Dies geht aus einer Berechnung des GSF-Instituts für Gesundheitsökonomie und Management im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums aus dem Jahr 2005 hervor.

  • Ist der Artikel von einem Raucher geschrieben worden?
    Bitte sehr geehrte Redaktion beantworten Sie diese Frage.

  • Tatsache ist, dass die Raucher Stuern zahlen und die Krankenkassen weniger belasten, als Nichtraucher.

    Aber sie haben das Geld und sie deshalb nach dem Recht der Demokratie eindeutig schuldig zu sprechen.

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