Zink
Preisturbulenzen setzen der Zinkindustrie zu

Zink ist allgegenwärtig. In Regenrinnen, Autoreifen, und sogar in Sonnencremes. Doch steigende Kosten für Energie und stark schwankende Weltmarktpreise erschweren das Geschäft der Zinkproduzenten. Die Widrigkeiten einer Branche.

DÜSSELDORF. „Die Zink-Branche gehört zwar zur Old Economy, ist aber dennoch nicht wegzudenken“, sagt Ulrich Grillo. Seine Duisburger Grillo-Werke zählen zu den nationalen Größen der Branche – mit 1 700 Beschäftigten erwirtschaften sie rund 850 Millionen Euro Umsatz pro Jahr.

Wichtigste Anwendung in Deutschland ist der Schutz von Oberflächen – das bläuliche Metall bildet eine Schicht etwa um empfindliche Autobleche. Auf solches Verzinken entfällt ein Drittel der verarbeiteten Zinkmenge. Die Messing-Produktion folgt mit 27 Prozent Anteil an zweiter Stelle, auf 22 Prozent kommt die Herstellung von Halbzeug – dazu zählen unter anderem Bleche für Dächer, Wandverkleidungen oder Regenrinnen. Rund sechs Prozent nutzt die chemische Industrie: beispielsweise Zinkweiß als Pigment oder Zinkoxid zum Vulkanisieren von Reifen und anderen Gummiprodukten. Im vergangenen Jahr zählten rund 320 Unternehmen in Deutschland zur Zinkindustrie, die Zahl ist damit seit 2005 konstant. Die Branche beschäftigt insgesamt mit ihren Zulieferfirmen etwa 30 000 Menschen. Auch zwei Hüttenbetriebe gibt es in Deutschland, die zusammen rund 600 Mitarbeiter haben.

Der Traditionsbetrieb Grillo ist in fünfter Generation in Familienbesitz und weltweit einer der beiden größten Zink-Verarbeiter. Die Bandbreite der Produkte ist groß: Grillo liefert etwa Halbzeuge, Zinkoxid für Autoreifen, Zinkpulver für Batterien, Legierungen für Zinkdruckguss und Zinkdraht – und kann so Schwankungen auf einzelnen Märkten abfedern.

„Grundsätzlich ist die Lage im Moment gut“, sagt Ulrich Grillo. Allerdings gebe es in den einzelnen Firmenbereichen deutliche Unterschiede. „Viele Abnehmer kommen aus der Bauindustrie, wo das Geschäft mit dem Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern weitgehend zusammengebrochen ist.“ Dies habe auf dem Markt für Bauzink zu einem Umsatzrückgang im zweistelligen Prozentbereich geführt. In den Segmenten Pharma, Batterien und Reifen haben sich die Geschäfte laut Grillo hingegen positiv entwickelt. Vielversprechende Zukunftsmärkte sieht Ulrich Grillo bei Photovoltaik und Solarthermie – dank intensiver Forschung am Werkstoff. Auch in der Nanotechnologie, in der Automobilindustrie, bei der Betonsanierung und im Bau-Bereich werde ausgiebig an neuen Anwendungen geforscht.

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