Zivilgeschäft und Kostensenkungen helfen
MTU trotz Umsatzrückgang mit Gewinnplus

Der Sparkurs bei Deutschlands größtem Triebwerkshersteller nach der Übernahme durch US-Finanzinvestoren zeigt Wirkung. Trotz eines leichten Umsatzrückgangs hat MTU in den ersten neun Monaten 2004 seinen Gewinn versiebenfacht.

HB MÜNCHEN. Insbesondere das zivile Ersatzteilgeschäft, aber auch das Neugeschäft habe sich gut entwickelt, sagte ein MTU-Sprecher am Freitag in München. Zugleich zeige das nach dem Verkauf des Unternehmens an den US-Investor KKR eingeleitete Sparprogramm Wirkung: Per Jahresende werde der Konzern die Kosten um etwa 80 Mill. € gesenkt haben. Die MTU hat in einer ersten Welle bereits 462 Stellen abgebaut, bis Ende 2006 sollen nochmals 542 Arbeitsplätze sozialverträglich gestrichen werden. Ziel des Konzerns ist es, bis 2006 die Kosten um rund 100 Mill. € zu drücken.

Von Januar bis September steigerte die MTU das operative Ergebnis vor Drohverlustrückstellungen auf 130,2 Mill. € nach 19,4 Mill. € im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich ergab sich - bereinigt um Transaktionskosten - ein Gewinn von 90,6 (Vorjahr 12,9) Mill. €. Der Umsatz sank wegen des schwachen Dollar-Kurses um zwei Prozent auf 1,39 Mrd. €. Währungsbereinigt hätte sich ein Anstieg um 5,3 % ergeben.

„Für das Gesamtjahr 2004 rechnen wir mit einem Umsatz um 1,97 Mrd. €“, erklärte MTU-Finanzchef Reiner Winkler. „Das sind mehr zwei Prozent mehr als 2003.“ Berücksichtige man die schwierige Dollarkurs-Situation, sei dies ein schöner Erfolg. Die Lage in der zivilen Luftfahrtbranche schätzt der Konzern MTU derzeit durchaus optimistisch ein, so entwickelten sich die weltweiten Passagierzahlen aktuell sehr positiv. Risiken bestünden aber durch den schwachen Dollar sowie die hohen Kerosin-Preise, hieß es.

MTU, einst Tochter von DaimlerChrysler, war im November 2003 von der Investmentgesellschaft Kohlberg Kravis Roberts (KKR) übernommen worden und hatte sich bereits damals als „typischer Kandidat für die Börse bezeichnet“. Das eingeleitete Sparprogramm soll auch dazu dienen, den Triebwerksbauer bis 2006 reif für die Ausgabe von Aktien zu machen. Einen Termin haben die Münchener bislang jedoch nicht genannt. Es gebe hier keine neue Entwicklung, sagte der MTU-Sprecher.

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