Zuckerkrankheit
Pharma setzt auf neue Diabetesmittel

Die Zivilisationskrankheit Diabetes schafft einen Milliardenmarkt für Medikamente. Fast alle großen Firmen forschen an einer neuen Generation von Mitteln. Die Kalkulation: Schlechte Ernährung und Übergewicht lassen die Nachfrage explodieren.

FRANKFURT. Diabetes entwickelt sich für die Pharmabranche neben der Krebstherapie zu einem immer wichtigeren Geschäftsfeld. Fast alle großen Firmen forschen an einer neuen Generation von Diabetesmitteln, die für viele Patienten den Einsatz von Insulin herauszögern könnte. Die beiden ersten zugelassenen Produkte dieser Wirkstoffkategorie, Byetta von den US-Firmen Lilly und Amylin, sowie Januvia von Merck & Co., haben im vergangenen Jahr bereits Umsätze von jeweils über 600 Mill. Dollar erzielt. Galvus von der Schweizer Novartis ist seit September als drittes Medikament in Europa zugelassen.

Das Potenzial ist hoch, der Diabetesmarkt soll laut IMS Health allein in den großen Industrieländern bis 2009 um 15 Prozent zulegen. Das weltweite Marktvolumen beträgt rund 23 Mrd. Dollar Umsatz. Zum Vergleich: Der Markt für Krebsmedikamente wird auf 35 Mrd. Dollar geschätzt.

Selbst Anbieter, die aktuell keine Diabetes-Mittel anbieten, wollen bei der neuen Antidiabetika-Generation mit von der Partie sein. Entsprechende Projekte stellten sie den Teilnehmern der Jahrestagung der Amerikanischen Diabetes Vereinigung vergangene Woche in San Francisco vor. Der deutsche Familienkonzern Boehringer Ingelheim beispielsweise gehört dazu, ebenso die britische Astra Zeneca, die hier gemeinsam mit Bristol-Myers Squibb forscht. Roche aus der Schweiz, die bislang nur mit ihrer Diagnostik-Sparte im Bereich Diabetes tätig ist und Blutzuckermessgeräte herstellt, will ihren neuen Wirkstoff noch in diesem Jahr in die letzte klinische Studienphase überführen. Das gemeinsam mit der französischen Pharmafirma Ipsen erforschte Medikament könnte bei erfolgreichen Studienergebnissen innerhalb der nächsten drei Jahre im Markt zugelassen werden. Auch der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer hat trotz herber Rückschläge seine Hoffnungen auf Diabetesmittel noch nicht aufgegeben und ebenfalls einen Wirkstoff der neuen Generation in der klinischen Forschung. Das Unternehmen hatte vergangenen Oktober die Produktion seines neuen inhalierbaren Insulins, Exubera, mangels Nachfrage eingestellt und eine Sonderabschreibung von 2,8 Mrd. Dollar vorgenommen.

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