Zugesagter Stellenaufbau bleibt aus - Hersteller will künftig Pick-up-Modelle bauen
VW verabschiedet sich vom Jobziel des Programms 5000 x 5000

Europas größter Autokonzern Volkswagen hat seine ursprünglichen Stellenzusagen im Rahmen des Beschäftigungsmodells „5000 x 5000“ angesichts der schwachen Branchenkonjunktur gekippt. VW-Chef Bernd Pischetsrieder räumte gestern ein, dass die seit langem zugesagten 1 500 Arbeitsplätze nach diesem Modell im Bereich Nutzfahrzeuge in Hannover vorerst nicht entstehen würden.

hz/HB FRANKFURT/M.Pischetsrieder sagte, die Frage von Neueinstellungen sei „heute nicht zu beantworten“. Zugleich schloss er aus, dass es bis zum Jahr 2006 unter den Bedingungen des Tarifvertrages „5 000 mal 5 000“ im Werk Hannover Einstellungen geben werde.

VW hatte sich in einem Tarifvertrag, der 2006 ausläuft, gegenüber der IG Metall verpflichtet, 5 000 Arbeitslose zusätzlich zu einen Bruttomonatsgehalt von 5 000 Mark einzustellen. Auf Grundlage des Abschlusses wurden in Wolfsburg bereits 3 500 zusätzliche Stellen für die Fertigung des Minivans Touran geschaffen, 1 500 weitere sollten bei der Produktion des Microbus in Hannover entstehen.

Das von Arbeitsdirektor Peter Hartz entwickelte Modell hatte vor mehr als drei Jahren bundesweit für große Aufmerksamkeit gesorgt, weil damit der Trend zum Personalabbau umgekehrt und Arbeitslosen aus der Region eine neue Perspektive gegeben werden sollte. Das Modell sieht vor, dass 5 000 Menschen aus eingestellt werden, um für monatlich 5 000 DM (2 556 Euro) eine feste Zahl von Autos zu bauen. Im Gegensatz zu anderen VW-Kollegen werden sie aber nicht nach Arbeitszeit, sondern nach vorher vereinbarten Produktions- und Qualitätszusagen entlohnt.

Doch Pischetsrieder kann dieses für VW günstige Modell derzeit nicht ausbauen. Mit neuen Produkten stellt der VW-Chef momentan lediglich sicher, dass Volkswagen seine 2004 vereinbarte Beschäftigungsgarantie in Hannover einhalten kann. Der Standort mit rund 15 000 Arbeitsplätzen sei jetzt bis 2011 ausgelastet, bestätigte der Betriebsratsvorsitzende von Volkswagen Nutzfahrzeuge, Günter Lenz.

Dafür bündelt der Konzern künftig die Fertigung von Transportern stärker am Standort Hannover. Außer dem überarbeiteten Freizeitmodell Microbus will der VW-Chef in Hannover einen Transporter mit offener Ladefläche (Pick-Up) produzieren, der auch in Brasilien und Abu Dhabi vom Band laufen soll. Zudem verlagert VW die Produktion der Variante des Transporters T5 mit geschlossenen Aufbauten aus dem polnischen Posen nach Hannover. Der Autobauer habe diese drei „konkreten Schritte zur Arbeitsplatzsicherung“ gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern entwickelt, sagte Pischetsrieder.

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