Zugeständnisse der Belegschaft sind Voraussetzung für Bau der vierten Modellreihe
Porsche bleibt "Made in Germany"

Der Sportwagenhersteller Porsche macht sich fit für die weitere Expansion. Verhandlungskreisen zufolge sollen heute auf einer Betriebsversammlung bereits Eckpunkte eines umfangreichen Standortsicherungsvertrags für das Stammwerk Zuffenhausen verkündet werden. Für Porsche-Chef Wendelin Wiedeking sind deutliche Zugeständnisse der Mitarbeiter die Voraussetzung dafür, die massiven Investitionen für die geplante vierte Baureihe in Deutschland zu tätigen.

DÜSSELDORF. „Porsche hat während seiner Expansion die Kosten immer im Griff behalten“, sagt Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Die Entscheidung, den Bau einer vierten Baureihe mit Zugeständnissen der Belegschaft zu verbinden, sei daher konsequent. Porsche wollte gestern auf Nachfrage einen Abschluss der Verhandlungen noch nicht bestätigen. Der Autobauer will der Belegschaft einen Kündigungsschutz bis 2010 anbieten, im Gegenzug sollen die Mitarbeiter flexibleren Arbeitszeitmodellen und dem Wegfall von Pausen zustimmen. Maximale Aufmerksamkeit ist dem Standortsicherungspakt gewiss: Für die Betriebsversammlung heute Nachmittag hat Bundeskanzler Gerhard Schröder sein Kommen zugesagt.

Wiedeking hat immer wieder betont, dass für Porsche das Siegel „made in Germany“ ein wichtiges Verkaufsargument sei. Doch wenn es um die Kosten ging, wurde dieser Begriff schon öfters gedehnt. So wird der Roadster Boxster überwiegend beim finnischen Auftragsfertiger Valmet gebaut. Einen Großteil der Komponenten für den Geländewagen Cayenne bezieht Porsche aus dem VW-Werk Bratislava. Dazu kommt: Über 40 Prozent des Absatzes macht Porsche in Nordamerika. Zwar hat das Unternehmen den Wechselkurs langfristig abgesichert, doch eine andauernde Dollarschwäche könnte die Sicherungsgeschäfte in Zukunft teurer machen. Anders als die Konkurrenten BMW und Daimler-Chrysler hat Porsche kein Werk im Dollarraum. „Es stellt sich die Frage, ob Porsche mittelfristig nicht eine Fertigung in Nordamerika in Betracht ziehen sollte“, sagt Analyst Pieper.

Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück will ein Abwandern der Produktion ins Ausland unbedingt verhindern. Zugleich aber hat er im Vorfeld der Verhandlungen eine harte Gangart angekündigt. „Jede Ausweitung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich ist unmoralisch“, sagt der Betriebsratschef. Lösungen wie bei Daimler-Chrysler, wo die Beschäftigten im Werk Sindelfingen im vergangenen Jahr erhebliche Einschnitte verkraften mussten, werde es bei Porsche nicht geben, sagte Hück. Porsche-Chef Wiedeking verweist hingegen auf die hohen Kosten des Stammwerks in Zuffenhausen. So addierten sich die vertraglich zugesicherten fünf Minuten Pause pro Stunde auf 18 Arbeitstage im Jahr.

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