Zukäufe geplant
EADS rüstet auf

Das vergangene Jahr lief hervorragend für EADS. Die Kriegskasse füllte sich auf 5,5 Mrd. Euro. Die liquiden Mittel will der europäische Technologiekonzern für Zukäufe nutzen. Im Blick hat die Airbus-Mutter dabei vor allem ein französisches Rüstungsunternehmen.

HB PARIS. „Wir haben gesagt, dass wir unser Rüstungs- und Raumfahrt-Geschäft stärken wollen. Vielleicht können wir auf diesem Feld etwas tun“, sagte EADS-Co-Chef Thomas Enders am Mittwoch kurz nach der Vorlage der Bilanz für das vergangene Jahr. „Wir könnten unsere Feuerkraft in Zukunft auch für einige Akquisitionen nutzen.“

EADS sei zur Zukunft von Thales nicht neutral eingestellt, sagte Enders zu den anhaltenden Übernahme-Spekulationen um den französischen Rüstungskonzern. „Ich kann nur wiederholen, dass eine Verknüpfung der beiden Unternehmen meiner Ansicht nach Sinn macht“, führte er weiter aus „aber wir führen derzeit keine Gespräche mit ihnen“, fügte er hinzu.

Enders sagte, er gehe nicht davon aus, dass ein Geschäft mit Thales das Gleichgewicht zwischen den deutschen und französischen Anteilseignern bei EADS stören würde. Es gibt allerdings Zweifel an dieser Aussage: Thales hat sich erst vor drei Monaten mit 25 Prozent an der staatlichen französischen Marinewerft DCN beteiligt, die unter anderem die Flugzeugträger des Landes gebaut hat. Mit der Allianz will Frankreich seine Kräfte im Marine-Bereich bündeln und verhindern, dass sich Thales und DCN gegenseitig Konkurrenz machen.

In Deutschland hat sich EADS bereits verstärkt. Das Unternehmen hat gerade erst gemeinsam mit dem deutschen Thyssen-Krupp-Konzern den Bremer Marineausrüster Atlas Elektronik für 145 Mill. Euro übernommen. Die Partner hatten eine Bietergruppe um Thales ausgestochen. Atlas Elektronik ist mit 1 750 Mitarbeitern Marktführer in der Entwicklung von integrierten Sonarsystemen für U-Boote. Das Unternehmen ist ein Hauptlieferant des weltweit führenden U-Boot-Herstellers HDW, der zu Thyssen-Krupp gehört.

Dank des Kampfjets Eurofighter und Lenkflugkörperprogrammen setzte die Rüstungssparte von Airbus 2005 zwar 5 Prozent mehr um, das Ebit blieb mit 201 Mill. Euro aber unter den 226 Mill. Euro des Vorjahres.

Deutliche Fortschritte machte der Geschäftsbereich Raumfahrt. Aufgrund von Einsparungen, der Auslieferung von Telekommunikationssatelliten sowie dank der Trägerrakete Ariane 5 erwirtschaftete der lange defizitäre Bereich 2005 einen operativen Gewinn von 58 Mill. Euro nach 9 Mill. im Jahr zuvor. Eine weitere Stärkung des Bereichs erwartet EADS durch den Anfang des Jahres unterzeichneten Vertrag für das europäische Satellitennavigationssystem Galileo.

Ertragsperle bei EADS ist und bleibt trotz aller Ambitionen auf dem Rüstungssektor aber der europäische Flugzeugbauer Airbus.Dank der gestiegenen Auslieferungen von Flugzeugen im vergangenen Jahr sei das Ergebnis der EADS vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie Firmenwertabschreibungen im vergangenen Jahr um 17 Prozent auf 2,85 Mrd. Euro gestiegen, teilte der deutsch-französische Konzern am Mittwoch in Paris mit. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 1,7 Mrd. Euro, was einer Steigerung von 39 Prozent entspricht. Mit weltweit 113 210 Mitarbeitern setzte die EADS im abgelaufenen Jahr 34,2 Mrd. Euro um, 8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

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