Zukäufe, Kraftwerke und Netze
Eon will 60 000 000 000 investieren

Eon will in den kommenden drei Jahren die Rekordsumme von über 60 Mrd. Euro in Übernahmen, Kraftwerke und Netze investieren. Selbst wenn die darin eingerechnete Übernahme des spanischen Versorgers Endesa scheitert, bleiben die Ausgaben immens hoch.

DÜSSELDORF. Deutschlands größter Energiekonzern hat in seinem Budget bereits 25,3 Mrd. Euro an Investitionen fest eingeplant – davon soll der größte Teil in Sachanlagen fließen. Den Kauf von Endesa, für den Eon stolze 37 Mrd. Euro bietet, will der Branchenriese noch zusätzlich stemmen.

Eon aktualisiert zu jedem Jahresende seine mittelfristige Investitionsplanung. Dabei werden nur konkret absehbare Projekte berücksichtigt – Ausgaben für die Infrastruktur oder bereits fest vereinbarte Übernahmen. Energiekonzerne müssen dabei, verglichen mit anderen Branchen, ausgesprochen hohe Summen aufwenden, weil Unterhalt und Ausbau der Strom- und Gasnetze sowie der Kraftwerke teuer sind.

Konkurrent RWE beispielsweise plant ebenfalls milliardenschwere Ausgaben – auch wenn sie geringer ausfallen als die von Eon. Im Frühjahr hatte RWE die jährlichen Investitionen in Sachanlagen für die Jahre 2006 bis 2010 mit durchschnittlich 3,5 Mrd. Euro beziffert. Inzwischen hat der Konzern aber schon weitere Projekte angekündigt.

Eons neues Budget liegt wegen zahlreicher neuer Projekte um knapp 7 Mrd. Euro höher als die im letzten Jahr für 2006 bis 2008 ausgegebene Zielgröße. „Das hat den Markt schon überrascht“, sagt Analyst Matthias Heck von Sal. Oppenheim. Die meisten Branchenexperten hatten nur mit einer leichten Aufstockung auf rund 20 Mrd. Euro gerechnet.

Dass Eon sich verheben könnte, glaubt Heck allerdings nicht. Zum einen verfüge Eon über hohe Cash-Flows, die durch Endesa noch gesteigert würden. Nach dem dritten Quartal wies der Konzern einen operativen Cash-Flow von 4,5 Mrd. Euro aus. Zum anderen habe der Konzern einen großen Finanzierungsspielraum, sagte der Analyst. Ende des dritten Quartals verfügte der Konzern über eine positive Nettofinanzposition von 1 Mrd. Euro – das heißt das Finanzvermögen überstieg die Finanzschulden. Eon dürfte selbst bei einer kompletten Finanzierung der Endesa-Übernahme über Kredite seine gute Bewertung bei den Ratingagenturen nicht gefährden, sagte Heck. Das Management hat sich aber auch explizit die Möglichkeit offen gehalten, bei Bedarf das Kapital zu erhöhen oder Beteiligungen zu verkaufen.

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