Zukäufe
Stahlzulieferer SKW auf Expansionskurs

Der Stahlzulieferer SKW Stahl-Metallurgie könnte seine Einkaufstour in den kommenden Jahren fortsetzen. Zur Finanzierung weiterer Zukäufe sei auch eine Kapitalerhöhung möglich, betont Finanzchef Ertl.
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Frankfurt„Die Wachstumsstory der SKW Metallurgie ist noch lange nicht beendet“, sagte SKW-Finanzchef Gerhard Ertl der „Börsen-Zeitung“. Der Vorstand werde für 2012 und die folgenden Jahre eine Strategie formulieren, die eine weitere Expansion vorsehe. Wenn sich hier Möglichkeiten auch durch Akquisitionen ergäben, werde SKW sie auf jeden Fall prüfen. „Beispielsweise könnten wir darüber nachdenken, in Abnehmerbranchen Fuß zu fassen, die mit der Stahlindustrie verwandt sind“, sagte Ertl. Bisher sei SKW zu rund 90 Prozent ein Stahlzulieferunternehmen. 

Zur Finanzierung weiterer Zukäufe sei auch eine Kapitalerhöhung möglich. „Wir werden in der nächsten Hauptversammlung einen neuen Vorratsbeschluss für ein genehmigtes Kapital zur Abstimmung stellen, um uns alle Möglichkeiten zur Optimierung der Finanzierungsstruktur aufrechtzuerhalten“, kündigte Ertl an. Es gebe aber keinen Druck für eine kurzfristige Kapitalerhöhung. Zudem sei auch der Einsatz von Fremdkapital für Firmenkäufe denkbar. Das organische Wachstum wolle das auf Veredelungsstoffe für die Stahlherstellung spezialisierte Unternehmen über den Fremdkapitalmarkt finanzieren. Im laufenden Jahr strebt SKW Ertl zufolge den Abschluss eines Konsortialkreditvertrags mit voraussichtlich fünf bis sieben Banken mit einem Volumen von mindestens 100 Millionen Euro an. 

Besonders interessant sind für SKW dem Finanzchef zufolge die sogenannten BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China). In diesen Ländern wachse der Stahlmarkt überdurchschnittlich, weshalb SKW dort auch investiere, sagte Ertl. Generell wähle der Stahlzulieferer dabei den Weg des organischen Wachstums. „Wir gehen nur dann anders vor, wenn es in der Zielregion bereits einen starken lokalen Marktspieler gibt. Dann werden wir analysieren, ob wir über eine strategische Allianz oder eine Akquisition weiter kommen.“ 

Zudem erwägt SKW nach den Worten seines Finanzchefs einen Markteintritt in der Türkei. „Wir beliefern die dortigen Stahlhersteller derzeit aus Frankreich heraus im Bereich der Fülldrähte. Aber weil der Markt wächst, prüfen wir, ob - und wenn ja, wie - wir unsere Präsenz vor Ort verstärken“, sagte Ertl. Den Aufbau einer Produktion in einem anderen Land erwäge SKW derzeit nicht.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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