Zukäufe zahlen sich aus
EnBW profitiert von Steuereffekten

Der drittgrößte deutsche Energieversorger EnBW tritt im operativen Geschäft auf der Stelle. Im dritten Quartal ist der Gewinn nur dank eines Steuervorteils gestiegen. Immerhin scheint sich der Kauf der Stadtwerke Düsseldorf sowie von regionalen Gasversorgern aus.

HB STUTTGART. Der drittgrößte deutsche Energieversorger EnBW tritt im operativen Geschäft auf der Stelle, der Gewinn ist im dritten Quartal nur dank eines Steuervorteils gestiegen. Der seit Oktober vom früheren E.ON-Manager Hans-Peter Villis geführte Konzern teilte am Freitag in Karlsruhe mit, die Unternehmenssteuerreform habe zu einem Sonderertrag von 420 Mill. Euro geführt und das Ergebnis auf 464,5 Mill. Euro steigen lassen. Ohne den Steuervorteil verharrte der Gewinn praktisch auf dem Niveau des Vorjahres von 43,3 Millionen. Der Umsatz kletterte von Juli bis September durch höheren Stromabsatz um elf Prozent auf 3,14 Mrd. Euro.

Der Ausblick des neuen EnBW-Chefs auf das Gesamtjahr fiel zurückhaltend aus. „EnBW ist zuversichtlich, 2007 ein gutes Ergebnis zu erzielen“, schrieb Villis im Aktionärsbrief. Mit Strom und Umweltdiensten werde der Versorger im vierten Quartal zwar mehr verdienen. In der kleineren Sparte Gas sei wegen des verschärften Wettbewerbs und niedriger Netznutzungsentgelte durch die Regulierungsbehörde aber ein Ergebnisrückgang zu erwarten. Im Konzern werde das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen steigen, bekräftigte der Energiekonzern.

In den ersten neun Monaten profitierte EnBW vor allem vom Kauf der Stadtwerke Düsseldorf sowie von Anteilsaufstockungen bei regionalen Gasversorgern im Südwesten und in Sachsen. Der Umsatz legte um 14 Prozent auf 10,52 Mrd. Euro zu, der Gewinn vor Steuern und Zinsen kletterte um elf Prozent auf 1,28 Mrd. Euro. Ohne die Auflösung von Rückstellungen und die Konsoliderungseffekte wäre der Gewinn vor Steuern und Zinsen um 3,5 Prozent gesunken.

In den kommenden Monaten muss sich der Versorger mit dem Erbe des Ende September ausgeschiedenen Vorstandschefs Utz Claassen befassen, der seit Dienstag wegen des Vorwurfs der Bestechung von Politikern mit Fußball-Freikarten vor Gericht steht. Wegen Unternehmensverkäufen in der Vergangenheit fänden Vergleichsverhandlungen statt, heißt es im Quartalsbericht. mit der Situation vertraute Person sagte, im Mittelpunkt stehe der Verkauf der früheren Schuhsparte Salamander. Resultat der Verhandlungen könne ein niedriger zweistelliger Millionenverlust sein.

Den Verkauf von Salamander an den daraufhin zahlungsunfähig gewordenen Handelsverband Garant Schuh hatte Claassens Vertrauter und Generalbevollmächtigter Amir Ghoreishi abgewickelt. Ghoreishi scheidet zum Jahresende bei EnBW aus. Der Insolvenzverwalter von Garant hatte Regressforderungen von rund 63 Mill. Euro gegen EnBW geltend gemacht.

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