Zukauf
MAN investiert in chinesischen Lkw-Hersteller

MAN erfindet sich weiter neu: Der Lastwagen- und Maschinenbaukonzern macht einen teuren Zukauf in China: Für eine halbe Milliarde Euro wird MAN Großaktionär beim führenden chinesischen Lkw-Hersteller Sinotruk. Eine Investition in die Zukunft.

HB MÜNCHEN. Der MAN-Konzern steigt beim chinesischen Lkw-Bauer Sinotruk ein und will gemeinsam mit ihm neue Schwerlaster entwickeln. Für 560 Mio. Euro erwerben die Münchner 25 Prozent plus eine Aktie der Stimmrechte an Sinotruk. Ein entsprechender Vertrag über eine langfristige strategische Partnerschaft sei am Mittwoch in Hongkong unterzeichnet worden, teilte MAN mit. So will sich der Konzern eine starke Position im riesigen chinesischen Markt aufbauen, der zudem weniger stark von der derzeitigen Lkw-Flaute getroffen ist. Sinotruk ist den Angaben zufolge der führende Produzent für schwere Lkw in China mit einem Marktanteil von rund 20 Prozent.

Mit der Partnerschaft will sich MAN Zugriff auf die Produktionswerke Sinotruks sichern und von der Erfahrung und dem weit verzweigten Vertriebsnetz der Chinesen profitieren. Sinotruk erhält im Gegenzug von den Münchnern Zugang zur Technologie der TGA-Lkw-Reihe, inklusive Motoren, Fahrzeuggestelle und Achsen. Für die über sieben Jahre laufende Lizenz zahlt Sinotruk insgesamt 85 Mio. Euro, wie ein MAN-Sprecher sagte. Ziel der beiden Unternehmen ist den Angaben zufolge die Entwicklung einer neuen schweren Lkw-Reihe, die in den Sinotruk-Werken gebaut werden soll. Dem Sprecher zufolge wird es anderthalb bis zwei Jahre dauern, bis die ersten Fahrzeuge auf die Straße kommen.

MAN zufolge wird der Einstieg bei Sinotruk durch den Kauf von Stammaktien sowie eine Kapitalerhöhung des Unternehmens umgesetzt. Der chinesische Konzern verkaufte den Angaben zufolge im vergangenen Jahr mehr als 100 000 Lastwagen. Damit erzielte Sinotruk einen Umsatz von umgerechnet 2,5 Mrd. Euro und ein Ergebnis vor Steuern (Ebit) von 122 Mio. Euro.

MAN, weltweit der drittgrößte Hersteller von Schwerlastern, fuhr 2008 ein operatives Ergebnis von 1,7 Mrd. Euro bei einem Umsatz von knapp 15 Mrd. Euro ein. Der Konzern verkaufte im vergangenen Jahr rund 96 500 Lastwagen. Wegen der weltweiten Krise brach der Absatz in der größten Konzernsparte Nutzfahrzeuge zuletzt auf rund die Hälfte ein. MAN steuert mit einem strikten Sparprogramm dagegen. Erst am Dienstag wurde die Zusammenlegung der Segmente Diesel und Turbo angekündigt.

Strategisch richtet sich MAN auf die sogenannten BRIC-Staaten aus, also Brasilien, Russland, Indien und China. Im März schloss der Lkw-Bauer die Übernahme des Schwerlastgeschäfts von Volkswagen in Brasilien ab.

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