Zukunft der Elektroautos
Vom Ladenhüter zum Verkaufsrenner

Nicht nur auf deutschen Straßen ist von neuen E-Autos noch nicht viel zu sehen. Hersteller und Händler tun sich schwer damit, die teuren Fahrzeuge zu verkaufen. Doch in fünf Jahren dürfte sich das schlagartig ändern.
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DüsseldorfElektroautos sind Ladenhüter. Das gilt nicht nur für Deutschland, sondern auch für viele andere Länder in der Welt. „Von wenigen Ausnahmen abgesehen zeigen die aktuellen Absatztrends derzeit noch ein geringes Interesse an der E-Mobilität“, unterstreicht Stefan Bratzel, Professor am Center of Automotive Management (CAM), in Bergisch Gladbach bei Köln. Für den Automobilprofessor ist das allerdings nur eine Momentaufnahme. Weil die meisten Autohersteller in aller Welt inzwischen an einer neuen Generation von Elektrofahrzeugen arbeiten, sei voraussichtlich vom Jahr 2020 an „mit einem rasanten weltweiten Wachstum“ bei den Elektroautos zu rechnen.

Mit der Elektromobilität geht es im Moment in vielen Staaten nur sehr schleppend voran. Eine Ausnahme ist dabei allerdings China. Weil die Umweltprobleme vor allem in den Ballungsräumen entlang der chinesischen Ostküste besonders groß sind, treibt die Regierung in Peking den Verkauf von Elektroautos stärker als andere Länder voran.

In China sind in diesem Jahr bislang etwa 340.000 Elektrofahrzeuge (rein batteriegetrieben oder Hybrid-Modelle) verkauft worden, binnen Jahresfrist haben sich die Elektroverkäufe damit ungefähr verdoppelt. Bei einem Gesamtmarkt mit mehr als 20 Millionen Neuzulassungen pro Jahr ist der Anteil der Elektromodelle in China auch jetzt noch vergleichsweise klein (1,7 Prozent), heißt es in einer neuen CAM-Studie über die jüngsten Trends bei der Elektromobilität, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.

In den USA sieht es für die Elektroautos schon deutlich schlechter aus. Mehr als 133.000 verkaufte Elektrofahrzeuge in diesem Jahr bedeuten zwar ein Plus von 33 Prozent. Ihr Anteil von gerade einmal 0,8 Prozent fällt allerdings klar niedriger als in China aus.

Im klassischen Automobilland Deutschland steht es um die Elektroautos noch etwas schlechter. Ihr Anteil an allen Neuzulassungen des Jahres liegt gerade einmal bei einer Quote von 0,7 Prozent, unverändert gegenüber dem Vorjahr. Automobilprofessor Bratzel spricht für Deutschland von einer „ernüchternden Bilanz“. Die Verkaufszahlen für Elektroautos sind im zurückliegenden Jahr gerade einmal um zehn Prozent gestiegen. Auch die im Sommer eingeführte staatliche Prämie für Elektrofahrzeuge hat daran wenig ändern können.

Für Stefan Bratzel sind drei Gründe entscheidend für den Misserfolg der Elektromobile: die geringe Reichweite, das Fehlen einer wirklich nutzbaren Infrastruktur und der hohe Preis der Autos. Solange sich an diesen zentralen Punkten keine Änderung zum Besseren ergebe, solange werde es keine wirklich steigenden Verkaufszahlen geben.

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Norwegen als Vorreiter

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  • @Kaiser: Der Energiebedarf würde sich dahin gehend ändern, dass die in D produzierdenen Energieversorger ihren Strom (im Terrawatt-Bereich) nicht mehr in der momentanen Masse ins Ausland verkaufen müssten. Wir produzieren viel zu viel, selbst ohne Akws, und wenn die neuen Stromtrassen fertiggestellt sind, wird sich die Lage nicht bessern.

    Das mit den "elektrischen Heizungen" verstehe ich nicht.

    @Krima: "Der Auspuff wäre also lediglich größer"... Nur das das Verhältnis von gewonnener Energie zu Abgasen trotzdem weit besser ist, als jener von millionen Individualverbrennern.

    Die "nötigen Rohstoffe" in Form von Seltenen Erden sind hingegen ihres Namens nicht selten. Lithium, Kobalt & Co. kommen in etwa genau so häufig vor, wie Kupfer oder Zink. Vor allem unterschätzen viele immer, wie viel Lithium z.B. ein großes Fahrzeug wie der Tesla Model S benötigt. Der Akku-Pack, inkl. Kühlung und Verkleidung wiegt 750kg. Davon entfallen aber nur 10kg auf Lithium. Und die verwendeten Drehstrom-Asychronmotoren sind ebenfalls günstig in der Herstellung.

    Bezüglich Arbeitsplätze wird es in der Industrie sowieso einem Umbruch dank Industrie 4.0 geben. Das Angebotskonstrukt der Automobilhersteller mit Vertragspartner und Werkstätten wird schon lange künstlich hoch gehalten. Das ist ja heute eine der zentralen Einnahmenquellen der Automobilindustrie. Der Primus VW macht heute ja nur noch knapp 350€ pro verkauftem Fahrzeug, aber für einen Passat werden mit unter dann für jeden Haupt- und Zwischenserver, um die Garantieleistungen nicht zu verlieren, schon mal 500€ pro Wartung fällig.

    @Mark Hoffmann:
    Das haben schon so viele "Experten" vorausgesagt. Trump hat gar keinen Einfluss auf die Subventionen, weil die a) von den Bundesstaaten vergeben werden und b) Tesla glücklicher Weise in Kalifornien und Nevada beheimatet ist und die haben bekanntlich eine andere Einstellung bezüglich Umweltschutz bzw. sind tiefstes Demokratenland

  • Wenn man die heute zugelassenen Pkw und Lkw in der gleichen Anzahl elektrifizieren würde, würde sich der Tagesgang des elektrischen Energiebedarfs in soweit ändern, dass der Mindestbedarf von ca. 45 GW auf ca. 60 GW, der Spitzenbedarf von ca. 80 GW auf ca. 140 GW steigen würde. Ladevorgänge könnten natürlich in die Nacht verlagert werden, jedoch sind alternative Energien nicht so einfach steuerbar. Im Winter kommen in Zukunft noch die elektrischen Heizungen hinzu. Auf jeden Fall bleibt es spannend.

  • imho :
    1. Der chinesische als auch der weltweite Energiemix besteht zu über 80% aus fossilen Energieträgern. Bei verstärkter E-Mobilität würde eben diese unsaubere Energiegewinnung und die größtenteils veralteten Kraftwerke die benötigte elektrische Energie liefern. Der Auspuff wäre also lediglich größer, woanders und unser Klima somit nicht gerettet.
    2. Wo genügend Rohstoffe für all die benötigten Akkus herkommen soll ist fraglich.
    3. Ein großer Vor- und Nachteil der E-Mobilität sind die wesentlich geringeren Wartungskosten. Das Ersparte wird 10-Tausende Arbeitsplätze in Deutschland kosten, so dass weniger es Steuereinnahmen gibt und die Kaufkraft abnimmt.

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