Zukunft der GM-Tochter
Fiat garantiert Erhalt der Opel-Standorte

Der italienische Autobauer Fiat hat im Falle einer Opel-Übernahme den Erhalt aller vier Standorte in Deutschland zugesichert. Das bedeute aber nicht, dass auch die aktuellen Kapazitäten der Werke garantiert werden könnten. Derweil setzt sich SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier für einen anderen Opel-Interessenten ein.

HB BERLIN. Von der Standortgarantie berichtete "Spiegel Online" am Sonntagabend unter Berufung auf einen "Insider in Turin, der unmittelbar mit der geplanten Übernahme von Opel vertraut" sei. Eine Bestätigung des Unternehmens gab es zunächst nicht. Fiat plane eine weitere Zusammenlegung der Produktion. Opel produziert in Rüsselsheim, Bochum und Eisenach Autos, in Kaiserslautern werden Einzelbestandteile der Wagen hergestellt.

Bei den Italienern gebe es Unverständnis über die Skepsis deutscher Politiker an einem Fiat-Einstieg bei Opel, hieß es weiter. Schließlich habe Fiat dem Insider zufolge zugesichert, dass alle Schulden der Turiner Gruppe aus der Fusion herausgehalten würden. "Es wurde klargestellt, dass die Schulden der Fiat-Gruppe nicht mit in die Ehe eingebracht werden", wurde die Person zitiert.

Im Ringen um die Opel-Rettung hatte die Bundesregierung von möglichen Investoren Garantien für Werke und Arbeitsplätze gefordert. Bei Opel befürchtet unter anderem der Betriebsrat, Fiat könnte nach einer Mehrheitsübernahme massive Einschnitte in Deutschland in Gang setzen. IG Metall-Chef Berthold Huber sprach sich am Sonntagabend im ZDF gegen einen Einstieg von Fiat aus, weil die Opel-Standorte in Bochum mit 4 500 Beschäftigten und in Eisenach mit rund 2 000 Beschäftigten dann wahrscheinlich nicht überleben würden. "Das können wir nicht akzeptieren."

Die Initiative zur Annäherung von Fiat und Opel kam den Angaben von "Spiegel Online" zufolge von der Opel-Mutter GM noch unter ihrem früheren Chef Rick Wagoner. In Deutschland liefen alle Kontakte bislang über das Wirtschaftsministerium. Fiat habe die eigenen Vorstellungen über eine Fusion mit Opel mit Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg besprochen.

Beim Namen des neuen Konzerns seien die Italiener äußerst kompromissbereit, hieß es zudem. "Das neue Unternehmen kann Fiat/Opel heißen oder Opel/Fiat, das ist nicht wichtig", berichtete der Dienst unter Berufung auf Kreise in Turin. "Es geht nicht um nationale Eitelkeiten, sondern um ein Projekt intelligenter europäischer Industriepolitik. Jemand musste die Initiative ergreifen, im Interesse von allen."

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