E-Dorado Peking

Der Anteil der Elektroautos wird in der chinesischen Hauptstadt in den kommenden Jahren massiv ansteigen.

(Foto: AFP)

Zukunft der Mobilität China – Weltmacht bei Elektroautos

Die Zahl der in China verkauften Elektroautos ist im vergangenen Jahr kräftig gestiegen, zeigt eine Studie. Das Land wird bei E-Mobilität zum Maßstab werden. In Deutschland hat unterdessen die Aufholjagd begonnen.
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DüsseldorfChina ist das Maß aller Dinge in der Elektromobilität. In keinem anderen Land der Welt kommen jeden Monat so viele neue Elektroautos auf die Straßen. Im vergangenen Jahr waren es knapp 800.000 neue rein batteriegetriebene Fahrzeuge und Hybride, die erstmals für den Straßenverkehr zugelassen wurden. Das geht aus einer Studie des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach hervor. Der Anteil der Elektroautos wird in den kommenden Jahren noch stärker wachsen, 2018 dürften es in China erstmals mehr als eine Million Fahrzeuge werden.

„China setzt seine Rolle als globaler Taktgeber der Elektromobilität unbeirrt und mit zunehmender Dynamik fort“, sagt CAM-Professor Stefan Bratzel dem Handelsblatt. Die Führung in Peking habe dabei weniger den Umweltschutz und die Luftreinhaltung in den chinesischen Ballungsräumen im Blick. Industriepolitische Gründe spielten eine viel größere Rolle – China solle zu einem weltweit führenden Anbieter in der Elektromobilität werden. Das riesige Land würde zudem unabhängiger von Ölimporten, wenn die Zahl der Elektroautos massiv nach oben geht.

Der Trend zu mehr Elektroautos in China wird sich in den kommenden Jahren weiter fortsetzen. Weil die Regierung beispielsweise mit Elektroquoten Druck macht, dürfte sich die Elektromobilität schneller als in anderen Ländern durchsetzen. 2017 ist die Zahl der elektrifizierten Autos in China im Vergleich zum Vorjahr um 53 Prozent gewachsen.

Die meisten in China aktiven Autohersteller haben bereits einen starken Ausbau der Produktion von Elektroautos angekündigt. Besonders beliebt sind kleine, wendige Modelle für den Stadtverkehr, bei dem das Thema Elektro-Reichweite eine eher untergeordnete Rolle spielt. Zugleich steigt auch die Zahl von Elektrobussen und anderen E-Nutzfahrzeugen, weil die Regierung alte Diesel-Stinker von den Straßen bekommen will und deshalb auch Druck auf kommunale Verkehrsunternehmen ausübt.

Auf diese E-Autos fahren die Deutschen ab
Nissan Leaf, Jahrgang 2018
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Bevorzugt haben die Käufer neuer E-Autos in Deutschland 2017 in der Kleinwagen-Klasse zugegriffen. In der Top Ten der meistverkauften E-Mobile finden sich aber auch mehrere Fahrzeuge jenseits der Kleinwagenklasse. Das meistverkaufte Elektroauto der Welt, der Nissan Leaf, findet sich 2017 gerade so in den Top Ten wieder, mit 841 Neuzulassungen auf Platz zehn ...

Nissan Leaf
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Der Rückgang der Verkäufe dürfte darauf zurückzuführen sein, dass die Japaner jüngst das hier abgebildete neuer Modell, unter anderem mit deutlich mehr Reichweite auf den Markt gebracht haben, das hierzulande erst jetzt erhältlich ist.

Auf Rang neun liegt die elektrische Variante des Hyundai Ionic
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881 Käufer entschieden sich 2017 für den alternativ angetriebenen Koreaner, den es auch als Hybrid und Plug-In-Hybrid gibt. Die Elektroversion mit Strom für 250 Kilometer nimmt Batteriefahrzeuge wie Chevrolet Bolt oder Nissan Leaf ins Visier, die Plug-In-Version mit 51 Kilometern elektrischer Reichweite zielt vor allem auf den VW Golf GTE, der konventionelle Hybrid ist speziell auf den Gegner Toyota Prius zugeschnitten.

Platz 8: VW e-Up
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Genau 1070 Käufer entschieden sich 2017 für den rein elektrisch angetriebenen Kleinwagen mit 82 PS Leistung und ca. 160 km Reichweite.

VW E-Up: ab 26.900 Euro
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Der rein elektrisch angetriebene Up leistet 60 kW bzw. 82 PS und 210 Newtonmeter Drehmoment. Der Kleinwagen beschleunigt in 13 Sekunden von null auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h. Die im Wagenboden integrierte Lithiumionen-Batterie verfügt über eine Kapazität von 18,7 kWh. Die Reichweite soll bei bis zu 160 Kilometern liegen.

Platz 7: Tesla Model X
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Mit Tesla Model S (2.241) und Model X (1.090) auf den Plätzen sechs und sieben haben es auch zwei Oberklasse-Modelle in die Top Ten geschafft.

Platz 6: Tesla Model S (2.241 Käufer)
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Antriebseitig bietet Tesla nach dem Streichen des Einstiegsmodells S 60 fünf Varianten: Das 82.700 Euro teure Model S 70 mit Heckmotor, 320 PS "Batteriewellen-Höchstleistung" und 70 kWh-Batterie; die Allrad-Variante 70 D mit 332 PS ab 88.200 Euro; das 422 PS starke Model S 90 D mit zwei Antrieben und 90-kWh-Batterie kostet ab 102.100 Euro. Und das mit 469 PS deutlich stärkere Spitzenmodell P 90 D kostet ab 124.300 Euro. Wird das "Beschleunigungs-Upgrade" (539 PS) für ultimative Beschleunigung geordert, verteuert sich der Allradler auf stolze 135.400 Euro.

Auch der Volkswagen-Konzern, Marktführer in China, will vom kommenden Jahr an massiv in die Produktion von Elektrofahrzeugen einsteigen. Die Autos werden unmittelbar in chinesischen Werken gebaut. Allein in diesem Jahr will VW drei neue Fabriken in China in Betrieb nehmen. Der VW-Konzern hat sich außerdem einen dritten chinesischen Joint-Venture-Partner gesucht: Mit JAC sollen vor allem kleinere und kostengünstige Elektroautos produziert werden.

China ist schon heute der größte Automarkt der Welt. Jährlich kommen dort inzwischen 24 Millionen neue Pkw auf die Straßen. Allein schon durch diese Größe steigt jedes Jahr auch die Zahl der neuen Elektroautos. Die USA folgen mit großem Abstand, dort sind es etwa 17 Millionen Neufahrzeuge in jedem Jahr. Mit gut drei Millionen neuen Pkw hat sich Deutschland schon lange aus dieser Spitzengruppe verabschiedet.

Im Geschäft mit Elektroautos liegen im weltweiten Vergleich die Vereinigten Staaten ebenfalls auf dem zweiten Platz – allerdings mit großem Abstand zu China. Die CAM-Studie kommt in ihrer Auswertung für 2017 auf eine Zahl von rund 195.000 Hybriden und batteriebetriebenen Fahrzeugen. Die Steigerungsrate liegt bei 23 Prozent. Aufgrund des vergleichsweise niedrigen Wachstums dürfte sich der Abstand zu China noch weiter vergrößern. Marktführer in den USA ist Tesla; das Unternehmen kommt dort bei Fahrzeugen mit Batterieantrieb auf einen Marktanteil von 50 Prozent.

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11 Kommentare zu "Zukunft der Mobilität: China – Weltmacht bei Elektroautos"

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  • Die europäischen Autobauer wie Daimler, BMW, VW, Peugeot und Renault können alle E-Autos - und werden dies auch zeigen - nur wollen sie damit auch Gewinne machen. Sobald die Technologie ausgreift ist, wird man auch schöne europäische Angebote sehen - nunja es gibt ja schon welche - nur noch nicht hinreichend reif - siehe Reichweite usw....

  • Hybride, die z.T. nur wenige Kilometer ohne Verbrennungsmotor fahren können, zu den Elektroautomobilen zu zählen, verwischt aus meiner Sicht die Realität! Eine trennschärfere Differenzierung in reine E-Mobile, Hybride (ggf. weiter unterteilt nach E-Reichweite) und reinen Verbrennungskraftmaschinenantrieb wäre hilfreich.

  • Herr Kiss, fragen Sie mal die ortsansässigen Kfz-Werkstätten, was die von E-Autos halten. Die haben massiv Angst, da an einem E-Auto wesentlich weniger Teile dran sind, die kaputt gehen können und einfache Ertragsbringer wie "Ölwechsel" weg fallen.

    Rohstoffe und Ressourcen werden knapp, aber in anderen Bereichen auf wieder frei und billiger. Problematisch ist eher, dass man konzeptionslos an die Sache heran geht und die Lobby immer noch der Meinung ist, man müsste den Status Quo festigen, anstatt sich weiter zu entwickeln.

  • Das kann sich wirtschaftlich für ganz West-Europa zur Katastrophe ausweiten. Wenn 2017 von 24 Millionen zugelassenen Fahrzeugen 800.000 dem Elektro- und Hybridantrieb zugerechnet werden ist dass noch relativ mäßig. Je mehr Elektrofahrzeuge, desto größer der Anteil von denen die z. Bsp. kein Getriebe/Differential benötigen. Mit preiswerteren Elektrofahrzeugen werden dann herkömmliche Industrien überschwemmt und die Arbeitslosigkeit klopft wieder massiv bei den trägen "Industrienationen" an...Und mit steigender Arbeitslosigkeit fallen dann weiter die Verkaufszahlen...Von der wachsenden Rohstoff- und Ressourcenknappheit mal abgesehen...

  • Wie ein Forist richtig bemerkte, sind im Artikel die Probleme des Elektro Autos gar nicht angesprochen. Die EU schläft. China hat für die EU noch Entwicklungsland Status und wird skandalös auf Kosten des europäischen Steuerzahlers massiv unterstützt. Während Chinesen mit europäischen Firmen spekulieren dürfen und Arbeitsplätze in Zukunft zu Hunderttausenden gefährden, dürfen Europäer nichts in China tun, was der kommunistischen Führung nicht ins Konzept passt. Was die EU hier macht, ist vielfach schlimmer , als die unintelligenten Sanktionen gegen Russland.

  • Herr Michael Berger
    19.01.2018, 12:11 Uhr
    Ich brauche kein Elektroauto mit einer Reichweite von über 300 Kilometern, ich brauche ein Auto mit einer Reichweite von max. 100 km und einem günstigen Preis. Eine Tankstelle brauch ich auch nicht, das Auto läd jeden Tag daheim.

    Die einzige Herausforderung für 95% aller Autobesitzer ist, das Produkt in einer Masse herzustellen, damit die Preise konkurrenzfähig werden.

    ........................................

    Autos sind für Individualisten und dabei hat jeder eine andere Forderung etwa an Reichweite an das Produkt.

    UMWELTSCHUTZ und GELD SPAREN beginnen damit dass man auch die Elektromobilität auf Schienen und Busse einbringt.

    Doch wir sind leider nicht bereit , nicht einmal in der Politik der Europäische Union uns für mehr ELEKTROMOBILITÄT auf alle sektoren uns stark zu machen.

    WIR WOLLEN NICHT WIRKLICH und dann hat der verbraucher die wahl bei veralterte verbrennungsmotoren zu verbleiben oder in der Zukunft ELEKTROAUTOS AUS CHINA ZU KAUFEN.

    AUDI & VW bauten WERKE in CHINA und weniger in Europa.
    Bald aber braucht AUDI & VW diese Werke in CHINA nicht mehr weil die Chinesen Ihre eigene Werke bauen in China und von CHINA die ausländische hersteller verdrängen werden.

  • Es gibt doch 2 Seiten.
    Mich als Privatmann interessiert... wie weit fährt das Auto, wo und wielange wird aufgetankt und wann ist der Akku hinüber und was kostet es im Kauf und Unterhalt. Wenn ich überall einen Haken machen kann, dann kaufe ich ein E-Auto. Punkt!
    Bei näherer Betrachtung drängt sich die Frage auf, wie man absehbar so viele Batterien mit nennenswerter Leistung billig produzieren will. Und rechtfertigt der Ressourcheneinsatz (Rohstoffe,Energie) den Umschwung oder belastet das die Umwelt nicht noch mehr. Vor allem....wie lange hält der Akku dann und was kostet die Entsorgung und ein Neuer? Muss ich, wie beim Handy, dann alle paar Jahre neu kaufen, weil die Entwicklung rasant sein wird?
    Da muss mehr offene Aufklärung her bevor man es hypt.

  • Immer daran denken: auch in China haben wir wie auch bei uns keine freie Marktwirtschaft (den Kommunismus aber auch nur noch "pro forma"), sondern eine GELENKTE Marktwirtschaft.
    Wie es dagegen aussieht, wenn der Staat nicht via Gesetzgebung und / oder Subventionen "lenkt", sondern ganz alleine die Wünsche und Bedürfnisse der Marktteilnehmer für den Autokauf entscheidend sind, kann man sehr schön in Honkong sehen, denn nach Abschaffung von steuerlichen Anreizen für den Kauf von E-Autos ist dort die Anzahl neu zugelassener Tesla-Autos auf exakt null gefallen:
    "After a tax incentive for electric cars was slashed in Hong Kong, new registrations of Teslas vehicles dropped from 2,939 to zero..."
    https://www.zerohedge.com/news/2017-07-09/guess-how-many-tesla-vehicles-were-registered-april-hong-kong

  • Ich brauche kein Elektroauto mit einer Reichweite von über 300 Kilometern, ich brauche ein Auto mit einer Reichweite von max. 100 km und einem günstigen Preis. Eine Tankstelle brauch ich auch nicht, das Auto läd jeden Tag daheim.

    Die einzige Herausforderung für 95% aller Autobesitzer ist, das Produkt in einer Masse herzustellen, damit die Preise konkurrenzfähig werden.

  • ZUKUNFT DER MOBILITÄT
    China – Weltmacht bei Elektroautos

    ......................

    VW & AUDI haben verpennt sich auf das Elektroauto umzustellen, wollten es nicht, schwörten auf GAS weil es keinerlei anstrengungen kostete !!!

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