Zukunft des Autobauers
GM-Boss drückt bei Opel-Vertrag aufs Gas

General Motors will beim geplanten Opel-Verkauf an den austro-kanadischen Zulieferer Magna schnell zur Sache kommen. Konzernchef Fritz Henderson kündigte am Rande der IAA in Frankfurt eine vertragliche Regelung bis Oktober an. Der US-Konzern sieht keine Streitpunkte mit Magna mehr - und es gibt Rückendeckung für das Sanierungskonzept der neuen Eigner.

FRANKFURT. „Wir versuchen, alles bis Anfang Oktober fertig zu haben“, sagte GM-Chef Fritz Henderson gestern in Frankfurt am Rande der IAA. Er sehe momentan keine ernsthaften Hindernisse mehr. „Wir wollen, dass dieser Deal kommt – Punkt.“

Der GM-Boss tritt damit nach der Grundsatzentscheidung zugunsten von Magna Bedenken entgegen, die Amerikaner könnten nach der Bundestagswahl den Verkauf noch kippen. Den endgültigen Abschluss des Geschäfts erwartet er bis Ende November. Allerdings schloss Henderson auch eine Verzögerung um einen Monat nicht aus.

„Die wichtigsten vier Abkommen mit Magna sind bereits ausgehandelt“, sagte der GM-Chef. Nur vier kleinere Nebenabsprachen müssten noch geregelt werden. So will GM eine schriftliche Zusage der Arbeitnehmer, dass diese ihren Sparbeitrag leisten. Mit Magna gebe es aber keine Streitpunkte mehr, sagte Henderson. Sowohl das Thema Vorkaufsrecht als auch die für GM lange Zeit problematische Frage des Technologietransfers nach Russland seien geklärt, betonte der GM-Boss. So werde GM lediglich das Recht erhalten, im Falle eines Weiterverkaufs der Opel-Anteile ein eigenes Angebot zu unterbreiten. GM-Verhandlungsführer John Smith hatte noch jüngst von einem Vorkaufsrecht gesprochen.

„Es gibt weder eine Put- noch eine Call-Option für die Opel-Anteile, sagte Henderson in Frankfurt. Das sei „kristallklar“ vereinbart. Zudem sei geregelt, dass neben Opel nur der russische Autobauer GAZ auf GM-Technologie zugreifen könne. So hätten sich Magna-Partner Sberbank und GM darauf verständigt, dass die Opel-Anteile ohne Veto der Amerikaner später an GAZ weiter verkauft werden könnten. GM hatte lange massive Bedenken gegen die russischen Partner von Magna geäußert und einen Abfluss von Technologie und Know-how nach Russland befürchtet.

Nach monatelangem Gezerre zwischen Deutschland und den USA hatte der GM-Verwaltungsrat vergangene Woche grundsätzlich entschieden, 55 Prozent von Opel an Magna und dessen russischen Partner Sberbank abzugeben. GM bleibt mit 35 Prozent an Opel beteiligt. Die Bundesregierung sagte im Gegenzug staatliche Hilfen von 4,5 Mrd. Euro zu.

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