Zukunft noch offen - Stellenabbau
Aussicht für Bosch-Siemens-Werk düster

Nach einem erneuten Verlust gibt es für das Waschmaschinenwerk des Hausgeräteherstellers Bosch Siemens in Berlin immer weniger Aussicht auf Rettung. Der Elektrogerätehersteller hat im vergangenen Jahr bereits trotz glänzender Geschäfte Arbeitsplätze in Deutschland abgebaut.

HB MÜNCHEN. Eine Rettung des Waschmaschinenwerks in Berlin, dessen Schließung BSH im Mai 2005 bekannt gegeben hatte und um die seitdem gestritten wird, wird unterdessen immer schwieriger. Derzeit werde geprüft, ob und unter welchen Umständen die Fortführung der Produktion mit rund 580 Beschäftigten über das Jahr 2006 hinaus möglich ist, sagte der Chef der BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH, Kurt-Ludwig Gutberlet, am Dienstag in München. „Die wirtschaftliche Lage am Produktionsstandort Berlin hat sich weiter verschärft.“ Am Standort Nauen in Brandenburg könne man billiger produzieren. Mit einer Entscheidung sei ab dem Sommer zu rechnen.

Dank starker Zuwächse im Ausland hat der Konzern den Umsatz im vergangenen Jahr um sieben Prozent auf mehr als 7,3 Mrd. Euro gesteigert. Der operative Gewinn legte um 3,5 Prozent auf 454 Mill. Euro zu. Fast 80 Prozent der Erlöse erzielte das Unternehmen im Ausland. „Unsere auf globales Wachstum ausgerichtete Unternehmensstrategie geht auf“, sagte Gutberlet. Allein in China, wo der Konzern nach der Marke Siemens nun auch die Marke Bosch eingeführt hat, stieg der Umsatz um 33 Prozent. Auch in Osteuropa und den USA legte BSH zweistellig zu.

In Deutschland verbuchte der Konzern erstmals seit vier Jahren wieder einen leichten Umsatzanstieg von 1,1 Prozent. In diesem Jahr erwartet Gutberlet ein größeres Plus, da viele Verbraucher angesichts der bevorstehenden Mehrwertsteuererhöhung in diesem Jahr Hausgeräte anschafften. Dieser Effekt werde sich aber im nächsten Jahr umkehren. „Wir erwarten kein nachhaltiges Wachstum in Deutschland.“ Dennoch sei mit Ausnahme von Berlin kein anderes BSH-Werk in Deutschland von der Schließung bedroht. „Es gibt kein zweites ähnlich gelagertes Problem.“

Die Zahl der Beschäftigten in Deutschland ging 2005 um 200 auf 14 100 zurück. Im Ausland wuchs die Belegschaft dagegen durch neue Fabriken in China, Polen und der Türkei um sechs Prozent. Weltweit sollen in diesem Jahr bei einem erwarteten Umsatzanstieg um bis zu sieben Prozent nochmals rund 600 Arbeitsplätze hinzu kommen, der Großteil davon in den Wachstumsregionen Osteuropa, Asien und USA.

BSH gehört zu den größten Hausgeräteherstellern weltweit und erzielt gut drei Viertel des Umsatzes im Ausland. BSH konkurriert mit der zu Electrolux gehörenden AEG Hausgeräte. Der schwedische Konzern stellt aus Kostengründen die Fertigung von Waschmaschinen, Trocknern und Spülmaschinen im Nürnberger AEG-Stammwerk ein und verlagert sie nach Polen und Italien.

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