Zukunft von Lackiererei und Fertigmontage offen
Umsatz bei Autobauer Karmann bricht ein

Der angeschlagene Autozulieferer und Cabriospezialist Karmann hat 2007 einen Umsatzeinbruch hinnehmen müssen. Dennoch gibt sich das Unternehmen zuversichtlich. Das ist insbesondere einem Segment zu verdanken.

HB OSNABRÜCK. Die Erlöse sanken um 16 Prozent auf 1,5 Mrd. Euro – „bedingt durch die planmäßige Stückzahlentwicklung im Fahrzeugbau“, teilte die Wilhelm Karmann GmbH am Donnerstag in Osnabrück mit. Der Umsatz des Fahrzeugbaus gab um gut 205 Mill. Euro auf rund eine Milliarde Euro nach. Vor allem wegen des starken Segments Dachsysteme blicke das Unternehmen dennoch optimistisch in die Zukunft, sagte ein Karmann-Sprecher. Die Auslieferung von Dachsystemen sei in fünf Jahren um das 2,5-fache gestiegen. Angaben zum Ergebnis gab es nicht.

Die Abteilung Karosserie-Rohbau – eine Teilsparte des Fahrzeugbaus – sei wegen eines neuen Großauftrags bis ins neue Jahrzehnt hinein gesichert, betonte der Sprecher. Dabei gehe es um ein Volumenmodell. Details wollte er nicht nennen. Bis Ende Juni solle die Entscheidung darüber fallen, ob die Abteilungen Lackiererei und Fertigmontage im Jahr 2010 geschlossen werden müssten.

Karmann hatte wegen fehlender Nachfolgeaufträge die Schließung des eigenen Fahrzeugbaus ins Spiel gebracht und die Entlassung von 1 770 Mitarbeitern an den Standorten Osnabrück und Rheine angekündigt. Zumindest am Standort Rheine (Nordrhein-Westfalen) wurde allerdings die Herstellung des Audi-A4-Cabriolets bis Ende März 2009 verlängert. Im Januar 2008 sprach Karmann 500 Kündigungen aus, im vergangenen Jahr war die Zahl der Mitarbeiter im Vergleich zu 2006 mit knapp 7 000 Beschäftigten aber noch nahezu konstant geblieben.

„Die Innovationskraft von Karmann ist ungebrochen“, sagte der Sprecher der Geschäftsführung, Peter Harbig. Im März war bekanntgeworden, dass BMW das Dach für sein neues 1er-Cabrio von Karmann bauen lässt. Insgesamt stellte Karmann im vergangenen Jahr knapp 165 000 Cabriodächer her. Bis 2013 werde sich die Zahl der ausgelieferten Dachsysteme verdoppeln. Außerdem will Karmann in die Entwicklung von Fahrzeugen mit Brennstoffzellentechnik einsteigen.

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