Zukunft von MAN
Piëchs Privatangelegenheiten

DIe Gerüchte um eine mögliche Übernahme von MAN durch den VW-Konzern hielten sich zuletzt hartnäckig. Doch auch wenn der Aktienkurs dadurch auf ein Rekordhoch getrieben wurde, für MAN-Chef Håkan Samuelsson sind dies lediglich Spekulationen – oder nicht?

KRAKAU. MAN-Chef Håkan Samuelsson macht dem Ideal des sympathischen Schweden alle Ehre. Er ist gleichermaßen höflich zu den ihn begleitenden Vorstandskollegen wie zur österreichischen Stewardess von Austrojet. Die reicht ihm am Ausgang Mozartkugeln. Da ist Samuelsson gerade nach eineinhalb Stunden Flug mit einer gecharterten Dash-Propellermaschine von München aus im polnischen Krakau gelandet.

Als einzigen offiziellen Programmpunkt sieht das Protokoll für Samuelsson die Eröffnung von MAN Trucks Sp. z o.o. vor. Gemeinsam mit Stanislaw Kracik, dem Bürgermeister des Produktionsstandorts Niepolomice, soll er ein rotes Band durchschneiden. Hinter dem Firmennamen verbirgt sich das erste MAN-Montagewerk in Osteuropa. Für Samuelsson ist es ein „Zeichen für unseren Anspruch als globaler LKW-Hersteller“. Noch kommen LKW von MAN erst auf einen Weltmarktanteil von rund drei Prozent.

So bedeutend der Schritt sein mag – die gespannte Erwartung gilt einem Abwesenden. Drei Stunden später wird Samuelsson im Audi A8 zurück zum Flughafen gefahren. Der Vorstandsvorsitzende hat sich dafür entschieden, seinen Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch, Vertreter des MAN-Großaktionärs Volkswagen, persönlich am Flughafen in Empfang zu nehmen.

So findet die erste Begegnung der beiden an diesem Tag weitgehend unbemerkt vor dem Abfertigungsgebäude des Krakauer Flughafens statt. Dabei bewegt das Verhältnis VW-MAN seit Tagen den Dax. Gerüchte, die Wolfsburger könnten ihren Anteil von rund 30 Prozent erhöhen und ein Übernahmeangebot für MAN machen, trieben dessen Aktie gegen den Trend auf ein neues Rekordhoch.

Samuelsson nannte einen solchen Plan am Ende der Woche „Spekulation“. Ebenso verneinte er, dass in die festgefahrenen Bemühungen einer Fusion mit dem schwedischen Konkurrenten Scania neue Bewegung gekommen sei. „Es gibt derzeit keine Gespräche“, sagte Samuelsson.

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