Zukunft von Opel
Gewerkschaften fürchten Fiat-Expansion

Die Übernahme von Opel stößt bei den italienischen Gewerkschaften auf wenig Gegenliebe. In Turin sind Großdemonstrationen gegen einen Abbau von Arbeitsplätzen geplant. Das fürchten auch deutsche Politiker. Derweil forciert Magna in Russland seine Bemühungen um einen Einstieg beim deutschen Autobauer.

FRANKFURT/MAILAND/BERLIN. Dem Autokonzern Fiat bläst bei seinem Plan zu einer Übernahme von Opel in der italienischen Heimat der Wind ins Gesicht. Während die italienischen Gewerkschaften ihren Chef Sergio Marchionne bei der Chrysler-Übernahme noch voll unterstützen, fürchten sie bei der Übernahme der Tochter von General Motors (GM) um die Arbeitsplätze in der Heimat.

Für den kommenden Donnerstag ist eine Großdemonstration in Turin angekündigt. Und am Mittwoch ist ein Treffen zwischen den Italienern und den Vertretern der Opel-Belegschaft geplant. Drei der vier bei Fiat vertretenen Gewerkschaften werden am Mittwoch in Frankfurt mit ihren Opel-Kollegen zusammentreffen.

Der Sekretär der Gewerkschaft Fim-Cisl, Giuseppe Farina, sprach von einer Gelegenheit, sich über die Konsequenzen für die Arbeitsplätze auszutauschen. Er mahnte jedoch: „Die Interessen könnten unterschiedlich und entgegengesetzt sein“. Guglielmo Epifani, Generalsekretär der Gewerkschaft Cgil, kritisierte vor allem die mangelnde Information von Seiten des Fiat-Managements über die jüngsten Pläne.

Die von GM in einem sogenannten Datenraum zur Verfügung gestellten Informationen über Opel hätten die Italiener bisher noch nicht begutachtet. Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) betonte nach einem Treffen mit Fiat-Chef Sergio Marchionne am Freitag, dass auch Fiat den Weg über das offizielle Bieterverfahren nehmen müsse, weil auf dieser Basis die Beurteilung einer staatlichen Bürgschaft aufbaue. Die Fiat-Gruppe habe ihm zugesagt, dies alsbald zu tun. Experten werten dies als Hinweis, dass Fiat das Bieterverfahren nach Ansicht der deutschen Politiker entschieden zu locker nimmt.

Der kanadisch-österreichische Zulieferkonzern Magna hat bisher nur ein Grobkonzept vorgelegt und arbeitet weiter fieberhaft an einem Plan, von dem erste wichtige Details allerdings am Wochenende durchsickerten. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen plant Magna in dem Konzept namens „Projekt Beam“, den vollständigen Erhalt aller vier Opel-Fertigungsstätten zuzusagen - Fiat konnte dagegen bisher Sorgen um den Fortbestand des Werkes Kaiserslautern nicht ausräumen. Die neue Opel-Europa-AG soll nach dem Willen des Autozulieferers weiter von der bisherigen europäischen Führungscrew um GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster geführt werden, hieß es weiter.

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