Zukunftskonzept
Bei Opel geht die Angst um

Lange scheint alles klar: Magna rettet Opel. So will es Opel-Betriebsratschef Klaus Franz, und die Bundesregierung folgt ihm. Franz sieht wie ein Sieger aus. Doch nun bestimmen wieder die Bosse in den USA. Drei Wochen vor der Bundestagswahl steht das Schicksal Opels auf der Kippe.

RÜSSELSHEIM. Die scharfen Worte sind dem Mann nicht ausgegangen. Und er braucht sie jetzt dringender denn je. Im offenen, cremefarbenen Hemd steht Klaus Franz, der oberste Arbeitnehmervertreter von Opel, Ende vergangener Woche auf dem hellen Holzboden der grauen Rüsselsheimer Zentrale des Autoherstellers und attackiert seinen Lieblingsgegner: General Motors (GM). An dem Opel-Mutterkonzern arbeitet er sich seit Monaten ab.

"Mit dem Konzept, das GM erarbeitet hat, kann man nicht überleben", bellt Franz ins Mikrofon. Es sei untauglich, nicht durchdacht und überhaupt nicht umsetzbar. "Es hat sich doch nichts geändert bei GM."

Für Franz steht schon lange fest: Opel hat unter dem GM-Dach keine Zukunft, und daran hält er weiterhin fest - trotz der Blitzsanierung, die der US-Konzern hinter sich gebracht habe. Seither fühlt sich das Unternehmen wieder stark und will auf einen Opel-Verkauf verzichten.

Falls GM sich dafür entscheiden sollte, stünden die zugesagten Sparbeiträge in Milliardenhöhe der Arbeitnehmer nicht mehr zur Verfügung, kündigt Franz am Ende seiner kämpferischen Rede an. "Man darf uns nicht unterschätzen", sagt er.

Klaus Franz droht und schimpft. Er überzeugt und lockt. Er kämpft mit allen Mitteln - für seinen Plan: Er will Opel aus dem Würgegriff des Mutterkonzerns befreien und an ein Konsortium um den Autozulieferer Magna verkaufen. Politiker aller Lager hat er für diese Idee gewonnen.

Lange sahen sie wie die sicheren Sieger aus: der parteilose Belegschaftsvertreter Franz, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD). Doch jetzt, kurz vor dem Ziel und nur knapp drei Wochen vor der Bundestagswahl, steht alles auf der Kippe.

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