Bochumer Betriebsrat rebelliert gegen die Opel-Sparpläne

Zukunftsplan
Bochumer Betriebsrat rebelliert gegen die Opel-Sparpläne

Der Zukunftsplan für Opel sorgt für Streit im Betriebsrat. Bochums Betriebsratschef Einenkel verweigert dem Plan seine Zustimmung - und schießt massiv gegen Gesamtbetriebsratschef Schäfer-Klug.
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BochumIm Opel-Betriebsrat ist nach der Zustimmung zum Zukunftsplan für den kriselnden Autohersteller ein offener Streit ausgebrochen. Der Betriebsratschef des von massiven Einschnitten betroffenen Werkes Bochum, Rainer Einenkel, erklärte am Freitag, es habe sich aus seiner Sicht um „sehr ungewöhnliche Verhandlungen“ gehandelt. Als Verhandlungsführer für den Standort Bochum habe er dem Zukunftsplan für die deutschen Werke „nicht zugestimmt“.

Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug mit Büro am Stammsitz Rüsselsheim habe am Donnerstag bereits am Morgen seine Fraktion im Betriebsrat informiert, dass der Vertrag zum Opel-Zukunftsplan bereits beschlossen sei, erklärte Einenkel. Danach sei Schäfer-Klug mit dieser Information an die Öffentlichkeit gegangen. „Peinlich nur, dass alle anderen Betriebsratsvorsitzenden diesen Vertrag bis dahin nicht vorliegen hatten und auch nicht kannten“, erklärte Einenkel. „Frage aus dem Betrieb: Dummheit oder Absicht?“

In den anschließenden „kurzen“ Verhandlungen mit dem Betriebsrat habe das Opel-Management erklärt, „dass es nichts zu verhandeln gibt“, erklärte Einenkel. Entweder der Betriebsrat akzeptiere die vorliegenden Vereinbarungen, oder für alle Werke gelte nur der bislang vereinbarte Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen bis Ende 2014. „An diese Vorgaben haben sich dann fast alle Werke gehalten“, erklärte Einenkel und spielte damit auf die Verweigerung seiner Zustimmung an.

Das Unternehmen Opel, Gesamtbetriebsratschef Schäfer-Klug und die IG Metall hatten am Donnerstag die Einigung auf dem sogenannten Deutschlandplan für den Autohersteller verkündet. Dieser sieht vor, dass Opel seinen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen auf den Zeitraum bis Ende 2016 für die deutschen Werke verlängert.

Für den bedrohten Ruhrgebietsstandort Bochum sieht die Vereinbarung vor, in der Zeit nach dem Aus der Autoproduktion ab Ende 2016 dort 1200 Tarif-Arbeitsplätze zu sichern. Jedoch solle in Bochum schon ab dem zweiten Quartal vom Drei- auf einen Zweischichtbetrieb umgestellt werden. Als teilweiser Ersatz für die Autofertigung in Bochum wird in den kommenden Jahren eine Autoteile-Fertigung aufgebaut.

In dieser Komponentenfertigung sollen demnach künftig 600 Mitarbeiter beschäftigt sein, weitere 600 in der Logistik Opels am Standort Bochum. Momentan arbeiten in Bochum für Opel noch rund 3300 Menschen.

Kommentare zu "Bochumer Betriebsrat rebelliert gegen die Opel-Sparpläne"

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  • Niemand muss sich als drittklassig bezeichnen lassen, nur weil er das Auto faehrt, welches ihm gefaellt. Leider kommt in Zeiten des Internets jeder aber auch wirklich jeder Dummquatscher zu Wort. Fahre uebrigens keinen Opel.

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