Zukunftsstrategie
VW-Betriebsrat unterstützt Stiftungsmodell

Große Einigkeit beim Wolfsburger Autobauer VW: Nach Vorstandschef Martin Winterkorn hat sich auch der Betriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh für eine Stiftung nach dem Vorbild des Zulieferers Bosch ausgesprochen. Dies sei die sicherste Möglichkeit, das Familienunternehmen für die Zukunft gut aufzustellen.
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HB WOLFSBURG. Volkswagen-Betriebsratschef Bernd Osterloh unterstützt für den Anteil der Familien Piech und Porsche am Autobauer ein Stiftungsmodell wie beim Zulieferer Bosch. „Das beste wäre, alle Anteilseigner der Familie brächten ihr Kapital in eine Stiftung ein“, sagte Osterloh. Er reagierte damit auf einen Vorstoß des VW-Aufsichtsratsvorsitzenden Ferdinand Piech, der gerade die Zukunft seines Vermögens geregelt hat.

Piech hatte seinen knapp siebenprozentigen Anteil am Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche sowie seine zehnprozentige Beteiligung an der Salzburger Porsche Holding in zwei Stiftungen eingebracht. Im Zuge der Verschmelzung von Porsche und VW sollen daraus VW-Anteile werden. Nach einem Pressebericht ist der Piech-Besitz über das Stiftungsmodell weitgehend gegen den Verkauf etwa durch Erben des 73-Jährigen gesichert.

Osterloh sagte, er erwarte, dass nun auch andere Mitglieder der Besitzerfamilien Piech und Porsche ihre Anteile entsprechend zukunftsfest machten. „Das wäre das Sicherste“, sagte er. Damit vertritt der Arbeitnehmervertreter die gleiche Position wie VW-Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn. Winterkorn hatte dem “Spiegel“ gesagt, für ihn sei Bosch „ein Vorbild dafür, wie ein Familienunternehmen solide aufgestellt werden kann für die Zukunft“. Bosch gehöre einer Stiftung und sei „eines der bestgeführten Unternehmen der Welt“.

Die Familien Porsche und Piech werden nach der für 2011 geplanten Fusion von Porsche und VW voraussichtlich die Haupteigner des größten Automobilbauers Europas sein, vor dem Land Niedersachsen und dem Staat Katar. „Wichtigster Volkswagen-Aktionär ist und bleibt aber für die Arbeitnehmer das Land Niedersachsen. Es hat über Jahrzehnte bewiesen, dass es ein stabiler und verlässlicher Aktionär ist. Mit einer Stiftung könnten die Familien aufschließen.“

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