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Japaner fahren US-Automarken davon

Trotz neuer Rabatte und rückläufiger Benzinpreise haben die drei großen US-Automobilhersteller im November weiter Absatz verloren. Marktanteile gewannen einmal mehr die japanischen Produzenten Honda und Toyota.

HB DETROIT. Sollte für Toyota das Absatzwachstum im Dezember halten, könnte der Konzern Chrysler auf Jahressicht von seinem Platz als drittgrößter Anbieter in den USA verdrängen. Im November erreichte Toyota einen Anteil von 14,6% am US-Markt, das ist schon fast ein Prozentpunkt mehr als bei Chrysler. Toyota verkaufte in den USA 5,6% mehr Fahrzeuge, Honda gar 6,4% mehr als im November 2004.

Die neuerlichen Kaufanreize verhinderten immerhin, dass der Absatzeinbruch bei den US-Herstellern so gravierend ausfiel wie im Vormonat. So verkaufte General Motors (GM) 7,4% weniger Fahrzeuge als noch vor einem Jahr; bei Ford machte sich die Schwäche der Geländewagen erneut bemerkbar, und die Verkäufe sanken um 14,8%. Bei Chrysler lag das Absatzminus wie im Vormonat bei 3%. Im Oktober hatten GM und Ford noch 26% ihres Absatzes eingebüßt. Allerdings ist das Bild insofern geschönt, als der November des vergangenen Jahres einen Verkaufstag weniger hatte als der diesjährige. Bereinigt darum verlor Chrysler zum Beispiel 7%.

Kräftige Zuwächse für die Deutschen

Die deutschen Hersteller verzeichneten mit Ausnahme von Mercedes-Benz überwiegend recht kräftige Absatzzuwächse. Allerdings operieren sie in der Nische. Ihr gemeinsamer Marktanteil liegt noch deutlich hinter dem von Honda allein. Während die Stuttgarter DaimlerChrysler-Sparte 3% weniger Fahrzeuge absetzte als noch ein Jahr zuvor, legte der Verkauf bei Porsche um 9,7% und bei BMW um 11% zu. Angetrieben vom Modell A4 verbesserte Audi seinen Absatz sogar um 15%.

Einen Turnaround schaffte die Marke Volkswagen, die nach Monaten der Schweigsamkeit zu sinkenden Verkäufen ihre US-Absatzzahlen wieder auf deutsch publizierte. Insgesamt 4,8% legten die VW-Verkäufe zu, nachdem im Vormonat noch ein Minus von 21,4% verzeichnet worden war. Hier wirkt sich nun endlich der Modellwechsel bei Jetta und Passat aus. Alle anderen Modelle verkauften sich allerdings schlechter.

Einmal mehr war der US-Markt im November von rückläufigen Verkäufen bei den bisher so beliebten Geländewagen gekennzeichnet. GM verlor bei den benzindurstigen Sport-Utility Vehicles und leichten Nutzfahrzeugen 13% Absatz, während 1% mehr Pkw verkauft wurden als im November 2004. Auch bei Ford entwickelten sich frühere Bestseller zu Ladenhütern. So wurden von den Geländewagenmodellen Explorer 52% und vom Expedition 43% weniger verkauft als noch ein Jahr zuvor. BMW verbuchte bei ihren Geländewagen X3 und X5 im November ein Absatzminus von 34%, während zugleich 44% mehr BMW-Pkw verkauft wurden. Beim Cayenne verlor Porsche 15,8% Absatz.

Ford und GM wollen ihre Produktion angesichts der wieder gefüllten Läger um jeweils 20.000 Fahrzeuge zurückfahren. Erst im nächsten Monat könnten die Verkaufsanreize richtig greifen, beschwichtigte Paul Bellew, der bei GM die Absatzanalyse verantwortet. Doch auch er räumt ein, dass die im Sommer gewährten Mitarbeiterrabatte den Verkauf deutlich besser angekurbelt haben. Auf 2.413 USD pro Fahrzeug beziffert Edmunds.com den durchschnittlichen Rabatt der US- Hersteller im vergangenen Monat - so viel wie niemals zuvor in einem November.

Doch über den Preis allein werden die US-Hersteller nicht aus der Krise kommen. So sieht Analystin Joni Gray vom Konsumforschungsunternehmen Kelly Blue Book trotz erster Qualitätserfolge bei den US-Herstellern nach wie vor ein Imageproblem. Toyota und Honda gälten nach wie vor als Vorreiter von Sparsamkeit und Qualität in den USA. Und es gebe zunehmend Automobilkäufer, die sich an Qualität oder angenommener Qualität von Fahrzeugen bei ihren Kaufentscheidungen orientierten, sagte sie.

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