Zulassungszahlen für Mai
Autokäufer verzweifelt gesucht

Das Frühlingserwachen am deutschen Pkw-Markt war nur von kurzer Dauer. Die Neuzulassungen brachen im Mai um knapp zehn Prozent ein. Experten rechnen in den nächsten Monaten allenfalls mit einer Stabilisierung.
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HamburgIm vergangenen Monat warteten viele Autoverkäufer vergeblich auf Kundschaft. Die Pkw-Neuzulassungen brachen im Mai um knapp zehn Prozent auf 261.000 Pkw ein, wie das Flensburger Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Dienstag mitteilte. Im April hatten die Neuzulassungen um fast vier Prozent zugelegt, der erste nennenswerte Zuwachs seit fast einem Jahr. Allerdings lag das auch daran, dass der April zwei Arbeitstage mehr hatte.

Besonders hoch fiel der Rückgang im vergangenen Monat bei den französischen Autobauern Renault und Peugeot aus, die je gut ein Viertel weniger Neuwagen losschlugen als vor einem Jahr. Bei Opel schrumpfte der Absatz trotz mehrerer neuer Automodelle um 16 Prozent.

Auch die erfolgsverwöhnten Oberklasseautobauer blieben nicht verschont. BMW verkaufte knapp elf Prozent weniger als vor Jahresfrist, bei Audi sanken die Verkäufe um 9,7 Prozent und die Daimler -Tochter Mercedes-Benz verkaufte 7,6 Prozent weniger als vor einem Jahr. Marktführer VW brachte gut zehn Prozent weniger neue Autos auf die Straßen als vor Jahresfrist. Zu den wenigen Gewinnern zählten die VW-Töchter Seat (plus 27,7 Prozent) und Porsche (plus 6,1).

Ford nimmt die aktuellen Zahlen zum Anlass, um auf eine Steigerung des Privatkundenanteils zu verweisen. Im Mai 2013 wurden von Privatkunden 8.491 Fahrzeuge der marke neu zugelassen, was einem Marktanteil von 7,9 Prozent entspricht. Im gleichen Zeitraum 2012 lag der Marktanteil in diesem Segment für Ford mit 4.896 registrierten Einheiten noch bei 4,4 Prozent.

Nicht nur in Deutschland, auch in anderen großen europäischen Ländern wurden insgesamt weniger Pkw verkauft. In Frankreich schlugen die Hersteller gut zehn Prozent weniger los, in Italien belief sich das Minus auf knapp acht Prozent. Lediglich im von der Schuldenkrise besonders gebeutelten Spanien hielt sich der Rückgang mit minus 2,6 Prozent in Grenzen. Im April hatten die Neuzulassungen europaweit erstmals seit 19 Monaten wieder zugelegt.

Experten rechnen in den nächsten Monaten allenfalls mit einer Stabilisierung. Bis die Pkw-Nachfrage in Europa wieder steigt, dürfte noch einige Zeit vergehen. Die Unternehmensberatung Ernst & Young geht davon aus, dass bestenfalls die Talsohle erreicht ist, von der sich der Pkw-Markt langsam berappeln wird. "Natürlich haben viele Europäer in der Krise Autokäufe aufgeschoben, so dass der Bedarf an Neuwagen grundsätzlich hoch ist", sagte Peter Fuß, Partner von Ernst&Young. Allerdings befinde sich die Konjunktur in den europäischen Krisenländern nach wie vor im Rückwärtsgang und die Arbeitslosigkeit steige nach wie vor, gab Fuß zu bedenken.

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Weniger Firmenwagen, mehr Porsche

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  • @ Santos

    Sie liegeen völlig daneben. Wer nach drei Opelmodellen 2 mal "Pech" bzw. erhebliche Qualitätsmängel hatte, der vertraut Opel nicht ein drittes mal. Stattdesse besteht vergleichsweise hohes Vertrauen in Koreanische Produkte - also kauft man in dem Preissegment ggf. die mit der amerikanischen Bezeichnung Chevrolet.

    Ich kann als 3-maliger Opelkäufer GM sher gut verstehen!

  • Wichtig sind steigende Aktienkurse und das Gelddrucken der EZB. Nur das bringt etwas. Wen interessieren da noch Absatzzahlen der wichtigsten Deutschen Industriebraqnche ......???

  • Na dann, ich vermarkte pro Jahr einige Tausend Neufahrzeuge, insbesondere an Flottenbetreiber und im b2b Handel. Aus der Erfahrung der letzten Jahre kann man nur hoffen, dass diese längst überfällige Marktentwicklung nicht wie in der Vergangenheit zu völlig hirnrissigen und wirtschaftlich nachhaltig schädlichen Rabattszenarien führen wird; leider werden die Automobilkonzerne immer noch von ausschliesslich stückzahlengetriebenen Ingenieuren geführt, die nur produktionsorientiert völlig am Markt vorbei auf Teufel komm raus produzieren. Export hin oder her, die mit den sogenannten Wachstumsmärkten verbundenen Risiken zu Lasten der Aktionäre halte ich für nicht vertretbar, an organisches Wachstum nicht zu denken. Letztendlich wird diese ganze Entwicklung dazu führen, dass immer mehr Produltionskapazitäten an den point of sale verlagert werden und somit die Anzahl der Beschäftigten in der Schlüsselindustrie Automobil signifikant zurückgehen wird (Opel ist da wohl das aktuell beste Beispiel, da beleiben realistisch 17.000 Mitarbeiter übrig, beim Zulieferer vielleicht 25.000 und im Handel von ursprünglich mal 35.000 bestenfalls noch ein Drittel) und den abgelegten Werksdienstwagen der Marke aus München bekomme ich im naächsten Frühjahr für die Hälfte des völlig überzogenen Listenpreises in Europa, wie soll denn auch ein gebrauchtes Auto bewertet werden, wenn ich den neuen beim freundlichen Händler/Niederlassung um die Ecke für einen Leasingfaktor von deutlich unter einem Prozent des Listenpreises erwerben kann...Glückwunsch an die Konzernlenker, alles richtig gemacht! Der Betrachter und der Konsument dürfen gespannt weiter zu schauen, es bleibt sehr spannend.

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