Zulieferer
2009 wird für Bosch zum Schreckensjahr

Das laufende Jahr wird Bosch in böser Erinnerung behalten. Der weltgrößte Autozulieferer ist voll von der Autokrise getroffen worden. Konsequenz: ein deutlich negatives Ergebnis - und damit ein Stellenabbau. Und die Aussichten sind alles andere als rosig.

FRANKFURT. Der weltgrößte Automobilzulieferer Bosch stellt sich auf eine jahrelange Durststrecke ein und will die Zahl seiner Mitarbeiter deutlich reduzieren. Bosch werde 2009 wegen der Absatzkrise der Autobranche ein "deutlich negatives Ergebnis" ausweisen und die Beschäftigtenzahl um rund 10.000 auf 270.000 Mitarbeiter nach unten schrauben, sagte Bosch-Chef Franz Fehrenbach vor Beginn der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt.

Der Konzernumsatz werde im laufenden Jahr um rund 15 Prozent auf 38 Milliarden Euro schrumpfen, sagte Fehrenbach, in der Kfz-Technik möglicherweise sogar um rund 20 Prozent: "Dies führt zu einem deutlich negativen Ergebnis." Genauer sei der Verlust noch nicht einzugrenzen. Bosch müsse daher auch für die kommenden Jahre mit einer Unterauslastung der Kapazität rechnen, sagte Fehrenbach.

Die Tendenzen zeigten allerdings in die richtige Richtung, sagte Bosch-Chef Franz Fehrenbach auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA). "Wir erwarten, dass der Umsatz im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahr wieder zunimmt." Allerdings werde es möglicherweise bis 2012 dauern, bis die Autobranche insgesamt wieder das Niveau des Jahres 2007 erreichen werde.

Ende des Jahres werde Bosch voraussichtlich 270 000 Mitarbeiter haben, 10 000 weniger als Anfang dieses Jahres, sagte Fehrenbach. Vom Personalabbau seien insbesondere Standorte in Brasilien und den USA betroffen gewesen. Derzeit seien darüber hinaus weltweit 100 000 Bosch-Beschäftigte in Kurzarbeit. Weitere Jobverluste in großem Stil seien nicht zu erwarten: "Wir gehen nicht davon aus, dass wir in nennenswertem Maße noch abbauen werden."

Der Bosch-Chef betonte, die Lage sei nach wie vor ernst. Bosch müsse auch auf langfristige Strukturveränderungen reagieren. Dazu zähle die Verlagerung des Wachstums in die Schwellenländer, zunehmende Sicherheitsanforderungen sowie die zunehmende Bedeutung des Elektroantriebs.

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