Zulieferer der Autoindustrie
GE baut Plastik-Geschäft kräftig aus

Die Plastik-Sparte des amerikanischen Mischkonzerns General Electric (GE) nimmt ihren Konkurrenten in Deutschland Marktanteile ab. „Das Geschäft läuft gut, wir wachsen in Deutschland zweistellig. Das planen wir auch für 2006“, sagte Thomas Schmidt, der für das Geschäft in Deutschland zuständige Manager, dem Handelsblatt.

MÜNCHEN. „Das Geschäft läuft gut, wir wachsen in Deutschland zweistellig. Das planen wir auch für 2006“, sagte Thomas Schmidt, der für das Geschäft in Deutschland zuständige Manager, dem Handelsblatt. Das gerade abgelaufene erste Quartal stimme ihn sehr zuversichtlich für das laufende Jahr.

GE stellt zwar keine Plastikteile selbst her, liefert jedoch das Rohmaterial. Dabei treten die Amerikaner gegen Wettbewerber wie BASF, Lanxess, Dupont oder Dow Chemical an. Vergangenes Jahr kletterte der Umsatz der Kunststoffsparte des US-Konzerns um neun Prozent auf 6,6 Mrd. Dollar (5,4 Mrd. Euro).

Wie viel davon aus Deutschland stammt, gibt GE nicht bekannt. Nur so viel: „Das Plastik-Geschäft ist ein wichtiger Wachstumsbereich für GE in Deutschland“, sagte Georg Knoth, der Deutschland-Chef des Traditionsunternehmens.

Dass die Plastiksparte in der Bundesrepublik stärker wächst als im gesamten Konzern, sei kein Zufall. Schmidt: „Seit Ende 2002 haben wir unsere Vertriebsmannschaft in Deutschland verdoppelt.“ Mit dem zweistelligen Wachstum hebe sich GE zudem deutlich vom Markt ab, der jedes Jahr nur um wenige Prozent zulege, so Schmidt.

GE beliefert in Deutschland insbesondere die Autobauer und deren Zulieferer. „Neue Technologien werden oft weltweit als erstes in Deutschland eingesetzt, deshalb ist der Markt für uns sehr interessant“, sagte Schmidt. Dabei konzentriere sich GE auf maßgeschneiderte, innovative Lösungen. Aus dem Massenmarkt habe sich der Konzern weitgehend zurück gezogen. Ziel sei es, sich durch eigene Entwicklungen neue Märkte zu schaffen, so GE-Manager Schmidt.

So stammt von GE unter anderem der Kunststoff, aus dem Panoramadächer, Kotflügel oder Seitenscheiben von Fahrzeugen gefertigt werden. Darüber hinaus liefert die Firma auch das Material für Handygehäuse oder für innovative Verpackungen in der Nahrungsmittelindustrie.

Die Amerikaner vertreiben ihren Kunststoff nicht in Deutschland, sie produzieren hier auch. In Schwarzheide in Brandenburg betreibt GE zusammen mit BASF ein Kunststoff-Werk. In Köln unterhält die Firma gemeinsam mit Bayer ein Gemeinschaftsunternehmen in der Forschung. Die größte Plastik-Fabrik von GE in Europa steht im spanischen Cartagena.

GE ist mit einer Marktkapitalisierung von knapp 360 Mrd. Dollar (294 Mrd. Euro) eines der wertvollsten Unternehmen der Welt. Nur der Ölmulti Exxon wird noch höher bewertet. GE bietet mit seinen mehr als 300 000 Mitarbeitern ein riesiges Produktspektrum an, von Glühbirnen und Flugzeugtriebwerken über Finanzdienstleistungen bis zu Fernsehsendern (NBC, Das Vierte). Das Plastik-Geschäft ist Teil der Industriesparte, die 2005 auf einen Jahresumsatz von knapp 33 Mrd. Dollar kam. Die Amerikaner sind auch einer der wichtigsten Konkurrenten des Münchener Technologieunternehmens Siemens: Die Konzerne kämpfen vor allem im Kraftwerksgeschäft und in der Medizintechnik gegen einander.

In Deutschland erwirtschaftete GE über alle Sparten hinweg laut der letzten verfügbaren Angaben aus dem Jahr 2004 einen Umsatz von etwa sieben Mrd. Euro. Vergangenes Jahr sind die Einnahmen leicht gestiegen, doch Details hat GE noch nicht veröffentlicht. GE beschäftigt in Deutschland rund 10 000 Mitarbeiter und betreibt hier neben Vertrieb und Service auch Werke etwa für Windkraftanlagen. Eines ihrer fünf weltweiten Forschungszentren mit derzeit rund 100 Mitarbeitern haben die Amerikaner in Garching vor den Toren von München aufgebaut.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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