Zulieferer kauft Start-up Seeo
Bosch will Durchbruch bei Auto-Batterien erzwingen

Der Autozulieferer Bosch kauft das kalifornische Start-up Seeo. Die Schwaben erhalten Know-how bei Festkörperzellen für Lithium-Batterien. Elektroautos könnten damit bald mehr als doppelt soweit fahren.

FrankfurtVernetzung ist das Thema Nummer eins auf der IAA in Frankfurt. Auch, weil Fortschritte bei Fahrerassistenzsystemen als Zwischenschritte zum Roboterauto leicht zu zeigen und zu verkaufen sind.

Das Megathema vergangener Automessen, das Elektroauto, gerät da in den Hintergrund. Die notwendigen Fortschritte in der Batterietechnik, mit der das E-Auto bei Reichweite und Preis konkurrenzfähig wird, stehen noch aus – und ob sie überhaupt kommen, ist höchst unsicher.

Branchenprimus Bosch wagt sich dennoch vor mit einem kleinen Schritt, der ein sehr großer werden könnte. Bosch zeigt erstmals eine neue Batterietechnologie für Elektroautos, die bereits in fünf Jahren serienreif sein könnte. „Bosch setzt sein Wissen und hohe Finanzmittel ein, um den Durchbruch der Elektromobilität zu schaffen“, betont Vorstandschef Volkmar Denner in Frankfurt. Dazu trage der Kauf des US-amerikanischen Start-ups Seeo Inc. (aus Hayward in der Nähe des Silicon Valley) bei.

Im Ausland war dieser Schritt bereits vermeldet worden, ohne größere Resonanz. „Die Festkörperzelle könnte eine entscheidende Durchbruchstechnologie sein“, sagt Denner jetzt. Der Physiker formuliert betont vorsichtig. Schließlich ist sein Unternehmen mit einem großen Batterie-Joint-Venture mit Samsung einschließlich Aufbau einer Produktion vor einigen Jahren krachend gescheitert.

Seither versucht sich Bosch mit kleineren Schritten. 2014 gründete Bosch hierfür GS Yuasa und mit der Mitsubishi Corporation das Joint Venture Lithium Energy and Power GmbH & Co. KG, um eine leistungsstärkere Generation von Lithium-Ionen-Batterien zu entwickeln.

Mit Seeo verfügen die Schwaben jetzt über entscheidendes Know-how im Bereich neuartiger Festkörperzellen für Lithium-Batterien und exklusive Patente. „Bosch entscheidet sich damit für eine spannende Technologie“, sagt Autoprofessor Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management (CAM) Bergisch-Gladbach. Wenn es gelinge, diese Art Batteriekompetenz wieder nach Deutschland zu holen, wäre das für die gesamte Industrie wichtig.

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