Zulieferer Knorr-Bremse
Rekordjahr in Sicht, Zukäufe geplant

Dank guter Geschäfte in China und Nordamerika ist Knorr-Bremse erneut auf Rekordkurs. Das Unternehmen ist gut in das neue Jahr gestartet, die Auftragseingänge sind kräftig gestiegen. Nun sollen Zukäufe folgen.
  • 0

MünchenDer Nutzfahrzeug-Zulieferer Knorr-Bremse steuert 2015 ein weiteres Rekordjahr an und will sich durch Zukäufe stärken. Angesichts kräftig gestiegener Auftragseingänge und eines guten Jahresstarts sei die Wahrscheinlichkeit hoch, dass erneut Spitzenwerte bei Umsatz und Ergebnis erreicht werden, sagte Finanzchef Lorenz Zwingmann am Dienstag in München. 2014 steigerte der Münchner Hersteller von Bremsen für Züge und Nutzfahrzeuge die Erlöse um 21 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro. Der Nettogewinn kletterte um 10,8 Prozent auf 560 Millionen Euro. „2015 wird nicht ganz so rasant sein wie 2014“, sagte der seit Jahresanfang amtierende Vorstandschef Klaus Deller. Das Wachstum werde „etwas moderater“ ausfallen. Dies bedeute „im oberen einstelligen Bereich“, aber auch Werte darüber schließe er nicht aus.

Deller erläuterte, das größte Wachstum komme nach wie vor aus Nordamerika und China. In den Vereinigten Staaten werde es 2015 ein nie dagewesenes Hoch bei der Zahl der Güterwagen geben, auch die Nutzfahrzeugproduktion lege weiter zu. „Amerika wird über Jahre hinaus stark sein.“ China bleibe trotz langsameren Wachstums „die große Lokomotive der weltwirtschaftlichen Entwicklung“. Anders als im Autogeschäft, wo sich der Markt deutlich abgekühlt hat, und den Herstellern viel Unbill in Folge von Korruptionsermittlungen und Streit mit den Händlern droht, hänge der Schienenfahrzeug-Sektor vom 5-Jahres-Plan der chinesischen Regierung ab. Und der stehe nicht zur Diskussion. Im Nutzfahrzeugsegment könne der Zulieferer wachsen, weil Lastwagen oder Busse immer besser ausgestattet werden, mit Bremssteuerung oder Technik zur Abgasreduzierung.

Zu den geplanten weiteren Zukäufen sagte Deller: „Der Zettel ist gut gefüllt. Die Kasse ist gut gefüllt.“ Das Unternehmen verfügt über flüssige Mittel von mehr als einer Milliarde Euro. Was er wann kaufen will, verriet Deller nicht. Es werde aber „mit Sicherheit“ 2015 eine Akquisition geben. Er wolle jetzt die Grundlagen für spätere Erfolge legen. So habe dies einst der Firmeneigentümer Heinz Hermann Thiele gemacht, lobte Deller, der sich 2014 angeschickt hatte, nach langen Jahren bei Knorr-Bremse Chef beim fränkischen Familienkonzern Schaeffler zu werden. Die Herzogenauracher sägten den Manager jedoch vor Amtsantritt wieder ab und zahlten ihm rund elf Millionen Euro.

Deller äußerte sich dankbar gegenüber Thiele: Für ihn sei es „die größte Auszeichnung“, dass er wieder bei Knorr-Bremse zurück sein dürfe. Eine Zusammenarbeit mit Vossloh, wo der Knorr-Bremse-Eigentümer seine Macht ausbauen will, gebe es nicht, sagte Deller. Die beiden Unternehmen seien in unterschiedlichen Märkten aktiv.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Zulieferer Knorr-Bremse: Rekordjahr in Sicht, Zukäufe geplant"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%