Zulieferer
Meyer Burger profitiert vom Solar-Boom

Der Schweizer Zulieferer Meyer Burger profitiert von der deutlichen Erholung der Solar-Branche. Das Unternehmen kann sich vor Kundenaufträgen kaum retten, die Aktie steigt um mehr als neun Prozent.
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ZürichErstmals in der Unternehmensgeschichte überschritt Meyer Burger Ende 2010 die Milliarden-Grenze. „Wir sind mit 1,048 Milliarden Franken (820 Millionen Euro) Auftragsbestand sehr gut gerüstet für das neue Jahr“, sagte Finanzchef Michel Hirschi am Montag. 2011 will der Hersteller von Spezialsägen für die Solarindustrie dann auch zum ersten Mal beim Umsatz die Milliarden-Franken-Marke knacken.

Im Vergleich zum Vorjahr sollen die Erlöse um knapp 50 Prozent auf 1,2 Milliarden Franken steigen. Mit etwa 20 (Vorjahr: 22,7) Prozent dürfte die operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) dagegen etwas schwächer ausfallen, was Hirschi auf sinkende Preise für die Produkte von Meyer Burger zurückführte. 2010 verdreifachte sich das Ebitda nahezu auf 187,5 Millionen Franken und übertraf damit deutlich die Analystenerwartungen.

Großes Wachstumspotenzial sieht Meyer Burger vor allem in den asiatischen Wachstumsmärkten wie China und Indien aber auch in Korea und Taiwan. „Wir müssen im System-Geschäft voran machen, um die Volumen, die da gefragt sein werden, befriedigen zu können“, sagte Konzernchef Peter Pauli. Das Unternehmen sehe sich derzeit aufgrund der schwierigen Lage japanischer Konkurrenten mit Anfragen konfrontiert, die so kurzfristig allerdings nicht bedient werden könnten, sagte er.

Angesichts der aktuellen Diskussion um die Atomkraft sieht Konzernchef Pauli die politische Grundlage für den weiteren Ausbau alternativer Energien geschaffen. Allerdings warnte er zugleich vor zu hohen Erwartungen: „Man kann nicht einfach alle Atomkraftwerke abschalten und durch Module ersetzten... Das würde (die Branche) überfordern“, sagte er.

Die Meyer-Burger-Aktie legte am Montag mehr als neun Prozent auf gut 35 Franken zu. Die Papiere hatten wie auch andere Solar-Titel im Zuge der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima mehr als zehn Prozent zugelegt. Nach Einschätzung von Kepler-Capital-Markets-Analyst Christoph ist Meyer Burger „ausgezeichnet“ positioniert, um vom weiteren Wachstum der Solar-Branche zu profitieren.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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