Zulieferer reagiert auf Diesel-Krise
ZF gründet Sparte für Elektroautos

Der Zulieferer ZF reagiert auf die Krise des Diesel. Der Konzern setzt voll auf das Elektroauto und gründet in Schweinfurt eine neue Sparte. Das hat Folgen für die dort beheimatete Stoßdämpferproduktion.

StuttgartDer drittgrößte deutsche Automobilzulieferer ZF gründet eine eigene fünfte Konzernsparte für Elektromobilität. Am Standort Schweinfurt werden die bisherigen Elektroauto-Aktivitäten des Konzerns mit 4000 Beschäftigten zusammengefasst.

Der Standort ist nicht zufällig gewählt. Denn gleichzeitig verlagert ZF seine dort beheimatete Stoßdämpferproduktion aus Kostengründen an die bestehenden Produktionsstandorte in Levice (Slowakei) und Gebze (Türkei). Möglichst viele der Beschäftigten sollen in der neuen E-Mobility-Sparte übernommen werden. „Die Elektromobilität wird kommen – vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um Emissionen von Autos vielleicht sogar schneller als gedacht“, sagt der ZF-Vorstandsvorsitzende Stefan Sommer.

Wie ernst ZF den schrittweisen Wandel von der konventionellen Antriebstechnik hin zur Elektromobilität nehme, so Sommer, sei nun mit der Division E-Mobility auch in der Konzernstruktur ablesbar. Sommer kündigte nicht näher bezifferte Investitionen in die Schlüsseltechnologie für emissionsfreies Fahren an. Zudem werde mit dem Umbau der Standort Schweinfurt gesichert.

Ein Teil der Produktion von technologisch anspruchsvolleren, elektronisch geregelten Stoßdämpfern sowie weitere Produkte werden von Schweinfurt nach Eitorf, Ahrweiler sowie an osteuropäische Standorte verlagert. Insgesamt betroffen sind in der Stoßdämpferproduktion 1400 Arbeitsplätze in Deutschland.

Martin-Werner Buchenau
Martin-W. Buchenau
Handelsblatt / Korrespondent
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