Zurück in die Gewinnzone
Escada will 850 Mitarbeiter entlassen

Escada-Chef Wolfgang Ley ist optimistisch, das verlustreiche Modehaus schon binnen Jahresfrist durch weitere Entlassungen wieder in die Gewinnzone zu befördern. „Wir arbeiten daran, im jüngst begonnenen Geschäftsjahr ein positives Ergebnis nach Steuern zu erwirtschaften. Gesichert ist, wie man in Bayern sagt, aber nur die Brotzeit“, sagte Ley in München.

HB DÜSSELDORF. Der Chef des Münchner Modehauses erwartet allerdings bei dem im Oktober abgelaufenen Geschäftsjahr 2002/03 noch immer einen Konzernverlust von 60 bis 80 Mill. Euro. „Bei solch einem Verlust würde ein Dividendenausfall niemanden überraschen“, fügte er hinzu.

Das bayerische Damenmodehaus war wegen der anhaltenden Schwäche auf den Luxusgütermärkten in eine Krise geraten und will sich von einem Fünftel der Belegschaft trennen. „Die Umsatz- und Ertragsentwicklung war im vierten Quartal besser als im dritten“, sagte Firmengründer Ley. Im Oktober sei der Umsatz allerdings noch um zehn Prozent zurückgegangen, nachdem es im Sommer bereits deutliche Einbußen gegeben hatte.

Für das neue Geschäftsjahr bekräftigte er, Escada erwarte kein Umsatzwachstum. Die Schulden von derzeit rund 300 Mill. Euro wolle das Unternehmen binnen zwölf Monaten um 100 Mill. Euro verringern, kündigte Ley an. Das Traditionsunternehmen hatte in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2002/03 einen Verlust von 51,5 Mill. Euro nach einem Gewinn von 3,5 Mil. Euro vor einem Jahr ausgewiesen.

Keine Konsumanzeichen für das nächste Jahr

Das exportorientierte Unternehmen leidet sowohl unter der weltweit schwachen Nachfrage nach Luxusmode als auch dem starken Euro und legt nun bereits sein zweites Sparprogramm auf. In den vergangenen Jahren hat Escada schon über 52 Mill. Euro eingespart. Nun sollen noch 60 Mill Euro dazukommen. Ley bekräftigte, zumindest beim Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) erwarte Escada 2003/04 schwarze Zahlen. Eine baldige Markterholung bei teurer Damenmode erwarte er nicht. „Ich sehe keine Konsumanzeichen im nächsten Jahr“, sagte Ley. „Die Frauen, die Geld haben, sind vorsichtiger geworden.“

Allerdings verspüre Escada auf einigen Märkten wie Osteuropa und Russland mehr Zuspruch: „In Russland sind dies junge Frauen, die selbstbewusst sind, hart arbeiten und gern Geld ausgeben.“

Escada entlässt 850 Mitarbeiter

Der geplante drastische Stellenabbau werde sich noch ins nächste Jahr hinziehen. „Wir haben gerade den Sozialplan unterschrieben und mit dem Betriebsrat eine Rahmenvereinbarung erzielt“, sagte Ley. „Mit 540 Mitarbeitern haben wir bisher gesprochen. 300 Gespräche stehen noch aus.“ Escada will 850 seiner 4 500 Mitarbeiter entlassen, um auch bei anhaltender Marktschwäche wieder profitabel arbeiten zu können.

Die einschneidenden Sparmaßnahmen kommen nur wenige Wochen nach dem Einstieg des US-Investors HMD. Die Private-Equity-Firma will bis zu 29 % der Anteile übernehmen und investiert 45 Mill. Euro frisches Kapital. Eine damit zusammenhängende Kapitalerhöhung und die Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen spülten mehr als 90 Mill. Euro in die Firmenkasse.

Der Vorstandschef bekräftigte, Escada werde die geplante Konzentration auf das Kerngeschäft und den Verkauf von Beteiligungen beschleunigen. „Wir sind zuversichtlich, (die Beteiligung) Feraud bis zum Ende dieses Kalenderjahres zu verkaufen“, sagte Ley. Die auch zum Verkauf stehende Primera werde aber im Konzern bleiben, um profitabel zu werden.

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