Zurückhaltende Prognose 2008: Roche mit Rekordergebnis 2007

Zurückhaltende Prognose 2008
Roche mit Rekordergebnis 2007

Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat 2007 dank der Verkäufe seiner Krebsmedikamente ein Rekordergebnis eingefahren und den Überschuss mehr als doppelt so stark gesteigert wie den Konzernumsatz. Das Unternehmen kündigte eine deutliche Dividendenerhöhung an.

dpa-afx BASEL. Für 2008 erwartet Konzernchef Franz Humer allerdings wegen des Umsatzeinbruchs beim Grippemittel Tamiflu ein Ergebnis mindestens auf dem Niveau des Vorjahres. Für 2007 kündigte Roche seine 21. Dividendenerhöhung in Folge an: Die Ausschüttung an die Aktionäre soll um deutliche 35 Prozent auf 4,60 Franken pro Aktie steigen. An der Schweizer Börse gaben Roche -Titel wegen des konservativen Ausblicks in den ersten Handelsminuten um 1,64 Prozent auf 186,30 Franken nach konnten sich aber bis 11 Uhr auf 206,50 Franken (0,82 Prozent) erholen.

Der Novartis -Konkurrent wies 2007 für den Reingewinn einen Anstieg um 25 Prozent auf 11,4 Mrd. Franken (rund 6,7 Mrd Euro) aus. Bereits 2006 hatte Roche den höchsten Gewinn seiner Firmengeschichte verbucht und den Überschuss um 34 Prozent auf 9,2 Mrd. Franken gesteigert. Das operative Ergebnis verbesserte sich um 22 Prozent auf 14,5 Mrd. Franken. Angetrieben von der Umsatzsteigerung der Krebsmedikamente Avastin, Herceptin, Mabthera/Rituxan, Tarceva und Xeloda erhöhte sich der Umsatz im vergangenen Jahr um zehn Prozent auf 46,1 Mrd. Franken.

Damit sind die Verkäufe nach Angaben von Konzernchef Franz Humer sieben Jahre in Folge zweistellig gewachsen. Der Pharma-Umsatz stieg um elf Prozent auf 36,8 Mrd. Franken. Er erhöhte sich damit fast doppelt so schnell wie der Weltmarkt. Deutliche Umsatzsteigerungen verbuchte Roche mit den Krebsmedikamente Avastin, Herceptin, Mabthera/Rituxan, Tarceva und Xeloda: Die Verkäufe der Onkologieprodukte stiegen insgesamt um 20 Prozent, womit Roche seine Position als Marktführer weiter ausgebaut habe. Die Erlöse der Geschäftssparte Diagnostika, die Roche durch die Übernahme des US-Unternehmens Ventana für 3,4 Mrd. Dollar stärken will, nahmen um sechs Prozent auf 9,3 Mrd. Franken zu. Roche will die Übernahme im zweiten Halbjahr 2008 abschließen, sagte der Diagnostics-Chef und künftige Roche -Chef Severin Schwan am Mittwoch in einer Telefonkonferenz.

Das prozentual zweistellige Umsatzwachstum wirkte sich positiv auf die Ertragslage des Konzern aus: Der Betriebsgewinn stieg in lokalen Währungen um 22 Prozent auf 14,5 Mrd. Franken, während sich die Betriebsgewinnmarge auf Gruppenbasis um 3,5 Prozent auf 31,4 Prozent verbesserte. Für das Pharmageschäft wies Roche eine Marge von 35,5 Prozent aus.

Beim Umsatzwachstum peilt Roche auf Gruppenebene im laufenden Geschäftsjahr ein prozentual hohes einstelliges Plus an. Dies sei unter Ausschluss der Tamiflu-Pandemie-Lieferungen an Regierungen und Unternehmen zu verstehen, die nun zum großen Teil in den vergangenen Jahren abgewickelt wurden, weshalb Roche 2008 von deutlich tieferen Tamiflu-Verkäufen ausgehe. Die Verkäufe der beiden Sparten Pharma und Diagnostik sollen über dem Marktniveau zulegen. Für die Jahre 2009/2 010 rechnet der Konzern mit einem anhaltend starken Wachstum dank der Einführungen von Actemra, Mircera und den zusätzlichen Indikationserweiterungen für Mabthera gegen rheumatoider Arthritis sowie der Anwendung des Krebsmedikaments Avastin.

Dem Basler Pharmaunternehmen sei bei Umsatz und Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) nahezu eine Punktlandung gelungen, urteilten Analysten in einer ersten Einschätzung. Dank einiger Sondereffekte konnte der Reingewinn positiv überraschen. Analysten bezeichnen jedoch sowohl die Entwicklung der Pharma-Verkäufe als auch den Ausblick für das Geschäftsjahr 2008 als kursbelastend. Die Experten waren bisher im Schnitt 2008 von einem Wachstum des Gewinns je Aktie von acht bis zehn Prozent ausgegangen.

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