Zurückhaltender Ausblick
Novartis legt zweistellig zu

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat im abgelaufenen Jahr zwar deutlich mehr verdient als in 2004, doch den Analysten reichte das nicht.

HB BASEL. Novartis hat den Reingewinn trotz Einmalkosten um zehn Prozent auf 6,14 Mrd. Dollar gesteigert. Das Ergebnis lag damit allerdings unter den Analystenerwartungen und zusammen mit dem zurückhaltenden Ausblick für das laufende Jahr brachte das die Aktien unter Druck. Konzernchef Daniel Vasella dämpfte am Donnerstag auch Spekulationen auf eine Übernahme des Biotechnologieunternehmens Serono. Er bezeichnete die Wahrscheinlichkeit, dass Novartis eine grosse Transaktion tätige, als sehr gering.

Der Konzernumsatz wuchs 2005 um 14 Prozent auf 32,21 Mrd. Dollar, wobei sich die Erlöse in der wichtigsten Division Pharma um zehn Prozent auf 20,26 Mrd. Dollar erhöhten. In Lokalwährungen betrug das Umsatzwachstum im Konzern 13 Prozent und im Pharmabereich neun Prozent. Neben einer weiter guten Nachfrage nach Schlüsselmedikamenten wie etwa dem Blockbuster Diovan gegen Bluthochdruck trugen auch die 2005 getätigten Akquisitionen im Generika-Bereich zum Wachstum bei.

Der operative Gewinn war mit 6,91 Mrd. Dollar um zehn Prozent höher. Dabei wurden laut Novartis Volumen- und Produktivitätssteigerungen zum Teil durch einmalige, akquisitionsbedingte Kosten kompensiert.

Im Jahr 2006 rechnet Novartis beim Konzernumsatz mit einem hohen einstelligen prozentualen Wachstum und erwartet für die Pharma-Branche ein mittleres bis hohes einstelliges Wachstum. Für den operativen und den Reingewinn werden neue Rekordwerte in Aussicht gestellt.

CEO Vasella erwartet dieses Jahr allerdings insgesamt ein schwächeres Wachstum des Pharmamarktes als 2005, geht dabei aber davon aus, dass Novartis Marktanteile gewinnt. An der behaupteten Börse gaben die Novartis-Aktien bis gegen 15:30 Uhr 2,6 Prozent auf 70,55 sfr nach. Der Index der europäischen Gesundheitswerte notierte 0,7 Prozent tiefer. Die Serono-Aktien lagen noch 0,4 Prozent tiefer bei 1071 sfr, nachdem sie vorübergehend vier Prozent abgesackt waren.

Analysten bewerteten den Novartis-Ausweis zurückhaltend. „Gemischte Zahlen, insgesamt unter dem Konsens“, so etwa Morgan Stanley-Analyst Duncan Moore. „Der Ausblick ist schwächer, als die Leute gehofft hatten“, kommentierte LODH-Analyst Karl Heinz Koch. Laut Kepler Equities-Analystin Denise Anderson verzögert sich die Entwicklung des Multiple Sklerose-Medikaments FTY720 und die Produktpipeline liefere keinen Grund für ein Upside.

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