Zusätzliche Investitionen geplant
Mit Milliardenaufwand will VW Spitzenplatz in China verteidigen

Der Volkswagen-Konzern krempelt angesichts seines Verkaufsdesasters in China demonstrativ die Ärmel hoch. Im Juni ist der Marktanteil von VW nach herben Verkaufsrückgängen auf dem wichtigsten Auslandsmarkt nach internen Informationen auf 16 Prozent eingebrochen. Das ist nur noch halb so viel wie im Vorjahr und gerade einmal ein Drittel dessen, was der angeschlagene Marktführer vor zwei Jahren im bevölkerungsreichsten Land der Erde erreichte.

mg PEKING. Heute werden der bei VW für China zuständige Vorstand, Folker Weißgerber, und der Präsident der Volkswagen Group China, Bernd Leißner, im nordostchinesischen Changchun mehrere Abkommen unterzeichnen, um die Aktivitäten des Konzerns im Reich der Mitte angesichts wachsender Preiskämpfe und sinkender Verkaufszahlen zu vertiefen. Das bestätigte ein Sprecher des Konzerns auf Anfrage und sagte: „Wir ergreifen Maßnahmen, um unsere angestammte Position als Marktführer in China zu verteidigen und auszubauen.“ VW leidet unter der zunehmenden Konkurrenz in China. Besonders General Motors (GM) hat kräftig expandiert.

Für ein neues Joint Venture, an dem VW 60 Prozent, der lokale Partner FAW 40 Prozent hält, wird der Grundstein gelegt. Die Fertigung von Fahrwerkskomponenten wie Hinter- und Vorderachsen für die Modelle Caddy, Bora und Touran soll 2005 beginnen und den lokalen Fertigungsanteil an neuen VW-Modellen in China heraufschrauben. Ein weiteres Abkommen wird für die Produktion von modernsten 4-Zylinder-Otto-Motoren in der Hafenstadt Dalian unterzeichnet. Die Jahreskapazität soll dort in der Ausbaustufe bei 300 000 Motoren liegen.

Für die im Aufbau befindliche zweite Fabrik des bestehenden FAW-VW-Joint-Ventures in Changchun werden heute Verträge zur Übernahme bestehender Gebäude und Fertigungsanlagen unterzeichnet. Hier produziert das FAW-VW- Joint-Venture künftig den Caddy als erstes Modell einer neuen Plattformgeneration in China.

Wichtige Abkommen werden heute unterzeichnet

Außerdem unterschreiben die VW-Manager eine Absichtserklärung zur Produktion von leichten Nutzfahrzeugen wie VW Bus, Multivan und Caravelle. Sie werden in Jilin im Rahmen eines bestehenden Joint Ventures gebaut. Alle daran hängenden Investitionen sind Teil der Pläne von VW, bis 2008 in China zusammen mit den lokalen Partnern 5,3 Mrd. Euro zu investieren.

Die Vertiefung der VW-Aktivitäten kommt zu einem Zeitpunkt, da der Konzern in China dramatisch unter die Räder gekommen ist. In einem insgesamt schwachen Automarkt, der mit 2,2 Prozent den niedrigsten Zuwachs seit zwei Jahren sah, brachen die Verkäufe der VW- Joint-Ventures im Juni auf Jahresbasis um 35 Prozent ein. Volkswagen Schanghai, das führende Joint Venture der Wolfsburger in China, registrierte einen Absatzrückgang von elf Prozent. Resultat: Volkswagen Schanghai wurde im Juni erstmals in der Verkaufsstatistik vom Konkurrenten General Motors abgehängt.

„Wir haben nicht schnell genug reagiert, daher hat uns GM überholt“, sagte ein VW-Manager in Schanghai. Man sei aber zuversichtlich, bis zum Jahresende die Führungsposition zurückzuerobern. VW hat im Juni in China die Preise einiger Modelle um bis zu 11,7 Prozent gesenkt – als Reaktion auf vorangegangene Preissenkungen von GM.

Die Preise für PKW fallen in China schon seit Jahren. Doch das Preisargument hat nun für die Kunden an Bedeutung gewonnen, weil die Regierung wegen der angestrebten Abkühlung der heiß gelaufenen Turbo-Konjunktur auch die Kredite an Auto-Käufer drosselt. „Wurde bis vor kurzem fast jedes dritte private Auto in China auf Kredit gekauft, so ist es jetzt bei manchen Modellen nur noch jedes zwanzigste“, sagt Liu Fei, der Pekinger Chef der Autoberatungsfirma Automotive Resources Asia.

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