Zusammenarbeit
Deutsch-französische Rüstungskooperation

Deutschland und Frankreich loten neue Möglichkeiten zur Zusammenarbeit im Rüstungsbereich aus. EADS-Vorstand Marwan Lahoud stellt einen neuen Anlauf für die Kooperation vor. Derweil hat sich EADS vom geplanten Ausbau des Militärgeschäfts verabschiedet - und setzt auf organisches Wachstum.

PARIS. Eine vierköpfige Arbeitsgruppe soll dazu Vorschläge erarbeiten, sagte Marwan Lahoud, Strategie-Vorstand des EADS-Konzerns, in einem Interview mit "La Tribune" und dem Handelsblatt. Lahoud ist Mitglied der Arbeitsgruppe. "Das Gremium wurde auf Initiative der beiden Chefs der nationalen Rüstungsagenturen ins Leben gerufen", sagt Lahoud.

Dies sind der deutsche Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Rüdiger Wolf, und sein französischer Amtskollege Laurent Collet-Billon, Chef der Rüstungsagentur DGA (Délégation générale pour l'Armement). Als Industrievertreter agieren Lahoud und Friedrich Lürßen, Geschäftsführer und Mitinhaber der gleichnamigen deutschen Marine-Werft. Lürßen ließ eine Anfrage zu dem Thema unbeantwortet.

Die Gruppe hat sich bereits einmal getroffen. "Dabei haben wir beschlossen, zu prüfen, welche Forschungs- und Entwicklungsarbeiten gemeinsam geleistet werden können und wie Regulierungen auf beiden Seiten des Rheins angepasst werden können, um Rüstungskooperationen zu erleichtern", sagt

Der EADS-Vorstand beklagt, dass es immer weniger Rüstungskooperationen zwischen beiden Ländern gäbe. Die meisten gemeinsamen Programme seien alt und würden in der Regel von der EADS geführt.

Frankreich drängt seit Jahren zum Beispiel darauf, die französische Marine-Werften DCNS und die deutsche Thyssen Marine Systems-Krupp (TKMS) anzunähern. Frankreichs Verteidigungsminister Hervé Morin wirbt zurzeit kräftig für eine Marine-Kooperation. Denn im Bereich konventioneller U-Boote sind beide Anbieter Konkurrenten. Doch bisher haben vor allem die Deutschen Vorbehalte, denn DCNS ist ein staatliches Unternehmen.

EADS hat sich zudem bis auf weiteres von der Idee verabschiedet, durch Zukäufe das Militärgeschäft schnell auszubauen. "Das organische Wachstum ist heute unsere Priorität", sagt Lahoud. "Denn wir wollen unsere Barmittelbestände schützen." Am Ende des ersten Quartals verfügte EADS über eine Nettoliquidität von 8,7 Mrd. Euro.

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