Zusammenarbeit im Flugzeugbau
Russen bedrängen EADS

Russland versucht mit aller Macht, die Westeuropäer zu einer Kooperation beim Bau von Verkehrsflugzeugen zu bewegen. Deshalb hat sich der Staat am deutsch-französisch beherrschten Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS beteiligt, der Mutter von Airbus. Doch das Unternehmen wehrt sich gegen die Begehrlichkeiten aus dem Kreml, was wiederum die Russen in Rage bringt.

MOSKAU/PARIS. Arkadi Dwarkowitsch, Chef des Beraterstabs des russischen Präsidenten, äußerte sich am Montag enttäuscht über den Fortschritt der Verhandlungen in der Frage einer Industriekooperation beim Flugzeugbau. Vorbild sollte der Automobilbau sein, wo es bereits exzellente Beziehungen gebe.

„Wir wollen eine ähnliche Partnerschaft in der Luftfahrt mit Europa, aber bisher werden unsere Vorstöße nicht erwidert“, sagte der Chefberater von Staatspräsident Putin auf der Tagung der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) im russischen Kasan. Er verband die Frage einer industriellen Kooperation mit der Beteiligung der russischen Bank VTB an EADS. Derzeit hält die Bank 5 Prozent. Sollte es zu einer umfassenden Zusammenarbeit kommen, könnte die Bank ihren EADS-Anteil aufstocken.

Falls die Kooperation Russlands Erwartungen nicht erfülle, könnte die Bank indes bei EADS wieder aussteigen, wird Dwarkowitsch in russischen Medien zitiert. Die Bank VTB teilte mit, es gebe keine Pläne, den EADS-Anteil in irgendeiner Form zu verändern.

EADS wertet die Erklärungen des Chefberaters als Teil der Verhandlungsstrategie. Ein Sprecher der EADS-Tochter Airbus sagte: „Der Ausbau unserer Partnerschaften mit der russischen Industrie kommt planmäßig voran. Bei der A350 sprechen wir über eine Partnerschaft. Und das Gemeinschaftsunternehmen zur Umrüstung von A320-Passagierflugzeugen in Frachtmaschinen ist unter Dach und Fach.“

Ein EADS-Konzerninsider äußerte die Meinung, die Russen fingen oft mit Verhandlungen an, wenn der Vertrag bereits unterschrieben sei. In Bezug auf eine Zusammenarbeit mit Airbus habe die russische Seite zum Teil überzogene Vorstellungen. Russische Politiker hätten bereits gefordert, eine Endfertigung für Airbus-Flugzeuge in Russland aufzubauen. Angesichts der sich eintrübenden politischen Beziehungen zwischen der EU und Russland sei indes nicht auszuschließen, dass die von EADS vorgeschlagenen Kooperationen noch platzen könnten.

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