Zusammenarbeit mit Mahindra
Renault baut Billigauto Logan in Indien

Der französische Autokonzern Renault verstärkt sein Engagement in Indien. Zusammen mit dem lokalen Industriekonzern Mahindra & Mahindra soll ein neues Werk aufgebaut werden. Für welchen Markt die dort produzierten Autos bestimmt sind, darüber sind sich die Partner aber offenkundig uneins.

HB TOKIO. „Renault und Mahindra werden mit ihren Kenntnissen beitragen, Indien zu einem entscheidenden Akteur auf dem Weltautomarkt zu machen“, teilte Renault am Donnerstag mit. In dem neuen Montagewerk sollen pro Jahr bis zu 500 000 Logan der Renault-Tochter Dacia für den indischen Markt produziert werden. Der französische Autobauer wolle jedoch keine Anteile an dem indischen Konzern übernehmen.

Bereits Mitte 2009 soll in dem gemeinsamen Werk die Fertigung von Autoteilen beginnen. Eine gemeinsame Montagelinie und andere Teilwerke sollen folgen. Die Anfangskapazität ist auf 300 000 Autos pro Jahr ausgelegt. Mahindra bietet dem französischen Konzern seine Absatzkanäle und Marktkenntnisse; Renault bringt seine Entwicklungs- und Fertigungskenntnisse in das Bündnis ein.

Dieses Projekt sei ein wichtiger Schritt in der Wachstumsstrategie, sagte Renault-Chef Carlos Ghosn. „Wir müssen in Indien erfolgreich sein, wenn wir unser Ziel erreichen wollen.“ Der Autokonzern will bis 2009 den weltweiten Absatz um 800 000 Stück pro Jahr steigern. Im vergangenen Jahr verkaufte Renault 2,5 Mill. Fahrzeuge.

Offen ist noch, wo die neue Fabrik errichtet werden soll. Auch die Kosten sind noch unbekannt; sie dürften laut Ghosn jedoch deutlich unter 1 Mrd. Dollar liegen. Renault-Partner Nissan könne sich innerhalb der nächsten vier Monate an dem Projekt beteiligen, hieß es.

Wird exportiert?

Umstritten ist, für welchen Markt die Fahrzeuge in der neuen Fabrik produziert werden sollen. Renault zufolge sollen die Autos ausschließlich in Indien verkauft werden. Ein Mahindra-Manager betonte jedoch, das Werk als Ausgangspunkt für Exporte zu nutzen. Er sprach zudem davon, in Zukunft Autos der Marke Renault in Indien zu vermarkten.

Mahindra will unter einer älteren Vereinbarung ab 2007 Renaults Billig-Auto Logan in einer Fabrik in der Nähe von Bombay produzieren. Der indische Markt wird derzeit vom japanischen Autokonzern Suzuki dominier, der ein Gemeinschaftsunternehmen mit der indischen Regierung gegründet hat. Analysten rechnen damit, dass sich der Autoabsatz in Indien bis 2010 auf 2 Mill. Stück verdoppelt. Das Land erlebt derzeit einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung.

Angesichts eines schleppenden Absatzes in Westeuropa kündigte Renault-Chef Ghosn zugleich an, die Produktion in den bestehenden Werken zurückzufahren. Dies sei ein temporärer Schritt, sagte er. In der zweiten Jahreshälfte 2007 dürfte der Absatz nach einer Modelloffensive wieder zulegen. Ghosn ließ offen, wie viele Arbeitsplätze von der Produktionseinschränkung betroffen sind.

Renault kam 2005 mit mehr als 126 400 Mitarbeitern auf 41,3 Mrd. Euro Umsatz. Mahindra gehört mit 3 Mrd. Dollar Umsatz zu den zehn größten indischen Industriekonzernen. Das Unternehmen mit 30 000 Mitarbeitern baut Geländewagen und Traktoren, ist darüber hinaus aber auch im Finanzwesen und in der Fernmeldetechnik präsent.

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