Zusammenarbeit mit Mercedes
Chrysler-Chef bekommt Hilfe aus Deutschland

Der in den USA aufs Neue in Bedrängnis geratene Autokonzern Daimler-Chrysler forciert die Zusammenarbeit seiner beiden Hersteller Mercedes und Chrysler. Um die erwarteten Milliardenverluste der US-Tochter in den Griff zu bekommen, soll das Management dafür sorgen, dass künftig jedes Chrysler-Auto 1 000 Dollar günstiger produziert wird.

ebe / mwb / hz STUTTGART/NEW YORK. Einige Mercedes-Manager arbeiteten mit Unternehmensberatern und Chrysler-Vertretern an einem Plan, wie dieses Ziel erreicht werden könne, sagte eine Chrysler-Sprecherin am Wochenende. Zu dem Team gehört auch der Mercedes-Sanierer und Vize-Chef der Mercedes Car Group, Rainer Schmückle. Ein Daimler-Sprecher legte aber Wert darauf, dass Schmückle die Arbeitsgruppe nicht leite, sondern nur als einfaches Mitglied teilnehme. Alle Fäden der Chrysler betreffenden Arbeitsgruppen liefen bei Chrysler-Chef Tom LaSorda zusammen, hieß es. Der Konzern will damit strikt den Eindruck vermeiden, dass La Sorda mit Schmückle einen Aufpasser zur Seite gestellt bekomme. US-Zeitungen wie die „Detroit News“ werten die Entsendungen aus Deutschland als klares Indiz, dass die Chrysler-Chefetage – neben CEO La Sorda Marketingchef Joe Eberhardt sowie COO Eric Ridenour – schwer unter Druck stehe.

Auch Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche bestätigte das Projekt namens „Refocus“ in einem Interview des US-Fernsehsenders CNBC: „Wir arbeiten gerade an einem Plan, Chrysler wieder auf Kurs zu bringen.“ Die Möglichkeiten hierfür entstünden nicht nur durch den Start von acht neuen Chrysler-Modellen noch in diesem Jahr, sondern auch durch Maßnahmen auf der Kostenseite, sagte er.

Das „Wall Street Journal“ hatte zuvor berichtet, im Zuge der Kostensenkungen werde möglicherweise das Montagewerk in Newark, Delaware, mit 1 900 Mitarbeitern geschlossen. Die Produktion von Fahrzeugen wie dem Dodge Durango werde dort seit Monaten nur noch mit halber Kapazität gefahren, weil die Aufträge für schwere Geländewagen und Kleinlaster angesichts hoher Benzinpreise dramatisch eingebrochen sind. Branchenexperten halten den Schritt für unausweichlich: „Der Durango stirbt“, sagte Auto-Analyst Erich Merkle von IRN Inc. der „Detroit Free Press“.

Es gebe zu etwaigen Werksschließungen keinen Beschluss, sagte eine Chrysler-Sprecherin. Bei einem solchen Schritt müssten zuvor die Gewerkschaften einbezogen werden. Auch Zetsche legte sich beim Thema Werksschließung nicht fest: „Es ist noch zu früh, um dazu etwas zu sagen. Wie die einzelnen Bestandteile des Plans am Ende aussehen werden, wissen wir jetzt noch nicht.“ Wie hoch die Einsparungen im Zuge des neuen Projekts ausfallen sollen, wollte Chrysler nicht konkretisieren. Es sei leichter, bei großen Autos zu sparen als bei kleineren, hieß es lediglich. Analysten von Dresdner Kleinwort taxieren das Einsparvolumen auf 2,8 Mrd. Dollar.

Seite 1:

Chrysler-Chef bekommt Hilfe aus Deutschland

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%