Zusammenbruch könnte Fairchild Dornier stark gefährden
D’Long-Konzern droht die Pleite

Als mögliche Folge der konjunkturellen Bremsmanöver von Chinas Zentralregierung droht eine der spektakulärsten Firmenpleiten seit Bestehen der Volksrepublik. Der Mischkonzern D’Long kann Kredite von über 280 Mill. Euro teils nicht mehr bedienen. Ein 30-köpfiges Krisen-Team unter Leitung von D’Long-Topmanager Xiang Hong versucht fieberhaft, den Konzern noch zu retten.

HB PEKING. „Wenn D’Long Bankrott geht, werden der chinesischen Wirtschaft mehr als eine Mrd. Euro Verluste entstehen“, warnte D'Long-Topmanager Xiang Hong in Schanghai. D’Long ist eines der größten chinesischen Privatunternehmen und verfügt über Beteiligungen an mehr als 177 Firmen sowie Vermögenswerte von 1,8 Mrd. Yuan (etwa 180 Mill. Euro). Der Konzern ist der zweitgrößte Produzent von Tomatenpaste auf der Welt und Chinas führender Hersteller schwerer LKW. Zudem engagiert sich D’Long in Industrien wie Tourismus, Finanzen und der Zementproduktion.

Als derart weit verzweigtes Konglomerat ist D’Long offenbar stark von den Maßnahmen der chinesischen Regierung betroffen, die die boomende Konjunktur bremsen will. Sie hat dazu etwa die Kreditaufnahme deutlich verschärft.

Schätzungen der Verbindlichkeiten von D’Long reichen bis zu umgerechnet fünf Mrd. Euro. Die Lage ist dramatisch: Die Zentrale des Unternehmens in Schanghai wurde bereits versiegelt, Staatsbanken dürfen D’Long keine weiteren Kredite geben. Dutzende von Gläubigern haben Provinzgerichte in ganz China angerufen, um Forderungen einzutreiben. Tang Wanli, der Vorsitzende des Unternehmens, wechselt jede Nacht in Schanghai das Hotel, um aufgebrachten Gläubigern zu entgehen. Seine Handy-Nummer ändert sich täglich.

Probleme hat das Unternehmen auch in Deutschland. Hier droht dem Regionaljet Dornier 728 nach Brancheninformationen das Aus. Vor einem Jahr hat D’Long die Fairchild Dornier Aeroindustries und damit das anspruchsvolle Flugzeugprojekt aus der Insolvenz übernommen. Jetzt müssen die Chinesen in Europa offenbar selbst zum Amtsgericht, weil Zahlungen aus dem Heimatland ausbleiben. Das zuständige Amtsgericht Weilheim habe das Insolvenzverfahren aber noch nicht eröffnet, hieß es.

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