Zusammenschluss komplett: Essent-Nuon-Fusion kostet deutsche Arbeitsplätze

Zusammenschluss komplett
Essent-Nuon-Fusion kostet deutsche Arbeitsplätze

Die beiden größten Energieversorger der Niederlande bündeln ihre Kräfte mit einer Milliardenfusion und wollen sich so gegen Übernahmen größerer Rivalen wappnen. Nach der Fusion sollen in mehreren Ländern Arbeitsplätze gestrichen werden, darunter auch in Deutschland.

HB AMSTERDAM. Essent und Nuon schließen sich zu einem Konzern im Wert von rund 24 Mrd. Euro zusammen und bieten damit auch deutschen Platzhirschen wie Eon, RWE und EnBW die Stirn. „Der neue Konzern nimmt in dem sich wandelnden Energiemarkt Nordwesteuropas eine strategische Position ein“, erklärten die Firmen am Donnerstag. Die Fusion wird auch Arbeitsplätze in Deutschland kosten.

Nuon ist seit 2000 auch in Deutschland aktiv und beliefert Haushalte in Berlin, Hamburg und Stuttgart mit Strom oder Gas. Insgesamt versorgt Nuon hierzulande nach eigenen Angaben mit rund 300 Beschäftigten mehr als 100 000 Haushalte, die meisten davon sind Stromkunden in Berlin. Dabei macht die Firma Eon Hanse, EnBW und Vattenfall Konkurrenz. Die Fusion werde zunächst keine Folgen für das Nuon-Angebot in Deutschland haben, erklärte eine Firmensprecherin.

Nuon soll 45 Prozent an dem neuen Konzern namens Essent-Nuon halten, Essent 55 Prozent. Essent-Nuon werde einen Umsatz von zwölf Mrd. Euro und mehr als fünf Mill. Kunden haben, erklärten die Firmen. Pro Jahr wollen sie mit dem Zusammenschluss 300 bis 335 Mill. Euro einsparen. Insgesamt sollen nach der Fusion von den 20 000 Arbeitsplätzen in den Niederlanden, Belgien und Deutschland 1350 gestrichen werden. „Wir gehen davon aus, dass auch Arbeitsplätze in Deutschland betroffen sein werden“, sagte die Nuon-Sprecherin. Hauptniederlassung der neuen Firma in Deutschland soll Düsseldorf sein, die Zentrale werde in Amsterdam angesiedelt.

Allerdings droht bereits ein Veto der niederländischen Kartellbehörde: Sie hatte im November angekündigt, dass sie die Schaffung einer marktbeherrschenden Firma nicht erlauben wird. Allerdings stellte die Behörde grünes Licht in Aussicht, wenn die beiden entsprechende Zugeständnisse machen. „Essent und Nuon werden sich dem Genehmigungsverfahren mit einer konstruktiven und proaktiven Haltung stellen“, erklärten die Versorger am Donnerstag. Gemeinsam versorgen Nuon und Essent 70 Prozent aller Niederländer. Auch die Anteilseigner und Betriebsräte müssen dem Zusammenschluss noch zustimmen.

Nuon und Essent sind im europäischen Vergleich bislang eher kleine Unternehmen. Die beiden Versorger - bislang im Besitz von niederländischen Gemeinden und Behörden - gelten seit längerem als Übernahmekandidaten ausländischer Energieriesen. Besonders die Pläne der Regierung, die Stromerzeugung im Namen eines besseren Wettbewerbs von den Netzen abzuspalten, ließen ausländische Konkurrenten aufhorchen. Unter anderem galten RWE, Eon, die belgische Electrabel, der russische Gasmonopolist Gazprom und Vattenfall aus Schweden als Interessenten.

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