Zusammenschluss
Porsche: Die letzten Hürden für VW

Die geplante Übernahme von Porsche durch Volkswagen wird auf den letzten Metern noch zu einem Hindernislauf für beide Unternehmen. Viele Details des Masterplans sind nicht abschließend geklärt. Auch die finanziellen Risiken des Deals sind enorm.

fas/hz/mcs FRANKFURT/MÜNCHEN. Der Machtkampf zwischen Volkswagen und Porsche entwickelt sich zum Krimi - und hielt am Montag die Börse in Atem. Die VW-Aktie ging gestern auf Talfahrt, nachdem sich abzeichnete, dass die geplante Porsche-Übernahme teuer, kompliziert und nicht zuletzt langwierig werden könnte. Das Papier sank zeitweise um neun Prozent. Auch die Porsche-Papiere verloren sieben Prozent. Händler befürchten eine lange und teure Hängepartie.

Klar ist: Volkswagen muss noch mehrere Hindernisse bei der Porsche-Übernahme aus dem Wege räumen. Nach Informationen aus Verhandlungskreisen birgt die Grundsatzeinigung der Familien, wonach VW voraussichtlich in zwei Schritten Porsche übernimmt und Vorstandschef Wendelin Wiedeking abgelöst wird, noch zahlreiche rechtliche, finanzielle und personalpolitisch ungeklärte Aspekte. Neben steuerlichen Belastungen durch den Deal, die noch ein ernsthaftes Problem werden könnten, hat die Industriellendynastie auch noch nicht das letzte Wort über das Ausscheiden des Vorstandschefs gesprochen. So erwägt der Porsche-Piëch-Clan noch eine Gnadenfrist für Wiedeking.

Die Familien sorgen sich, dass ein abrupter Abgang der Vorstandsriege dem Unternehmen schaden könnte, weil damit wichtiges Insiderwissen über die Porsche-Transaktionen den Stuttgartern nicht mehr zur Verfügung stehen würde. VW-Patriarch und Porsche-Miteigentümer Ferdinand Piëch behauptet, nicht einmal er wisse, wie die komplexen Finanzgeschäfte des Vorstands aussehen würden. Wenige Tage vor den entscheidenden außerordentlichen Aufsichtsratssitzungen der beiden Unternehmen am Donnerstag in Stuttgart sind damit noch viele Fragen ungeklärt. So könnten auch offene Steuerfragen bei einer Übernahme der Porsche AG durch Volkswagen noch ein "sehr ernsthaftes Problem" werden, hieß es. Die in Medienberichten genannte Summe von drei Milliarden Euro sei aber zu hoch.

Eine endgültige Festlegung in allen wichtigen Punkten sei nicht vor August, September dieses Jahres zu erwarten, hieß es. Noch seien viele Einzelheiten nicht beschlossen. "Das ist wie ein Schiff auf hoher See, bei dem das Ruder mal in die eine, mal in die andere Richtung geht".

"Das Konzept ist noch nicht zu 100 Prozent beschlossen." Wiedeking soll intern aber bereits klargemacht haben, dass er bei einem Verkauf der Porsche AG an VW nicht mehr zur Verfügung stehe. "Die Wahrscheinlichkeit, dass Wiedeking früher oder später geht, ist sehr hoch", sagte eine mit den Gesprächen vertraute Person. "Höchstwahrscheinlich wird auch Härter gehen müssen", hieß es.

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