Zuversicht für das laufende Jahr: Pannen verhageln Bilfinger-Bilanz

Zuversicht für das laufende Jahr
Pannen verhageln Bilfinger-Bilanz

Der zweitgrößte deutsche Baukonzern Bilfinger Berger hat im Geschäftsjahr 2004 mit einem geringeren operativen Gewinn als von Analysten erwartet abgeschnitten. Rückstellungen für schwere Pannen an einer Großbaustelle in den USA haben das Ergebnis belastet. Eine gute Auftragslage macht den Vorstand aber für 2005 zuversichtlich.

HB STUTTGART. „Bilfinger Berger blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2004 zurück“, erklärte der Branchenzweite in Deutschland hinter Marktführer Hochtief am Donnerstag. Eine Risikovorsorge von 50 Mill. € für zwei Unfälle beim Bau einer Brücke im US-Bundesstaat Ohio belasteten jedoch das Konzernergebnis, das mit 50 Mill. € auf vergleichbarer Basis gegenüber Vorjahr auf der Stelle trat. Die Dividende des im Nebenwerte-Index MDax notierten Unternehmens soll dennoch deutlich über der regulären Ausschüttung von 65 Cent je Aktie für 2003 liegen.

Bauleistung und Auftragseingang hätten im vergangenen Jahr neue Höchststände erreicht, der Auftragsbestand liege auf dem hohen Niveau des Vorjahres, teilte Bilfinger Berger mit. Die Leistung stieg wie geplant um neun Prozent auf 6,11 Mrd. €, der Auftragseingang erhöhte sich um zehn Prozent auf 6,14 Mrd. €. Zum Jahresende 2004 lagen Aufträge über 6,34 Mrd. € vor.

An der Börse drehten die Bilfinger-Aktien im Handelsverlauf mit 4,2 % auf 35,78 € ins Plus. Analysten sagten, die Ergebnisse lägen im Rahmen der Erwartungen. Als Dividende prognostizieren sie einen Euro je Papier. Großaktionär bei Bilfinger Berger ist der Finanzkonzern Allianz mit gut 25 % der Aktien.

Auch für 2005 Jahr äußerte der Vorstand Zuversicht. In den ersten Wochen seien überdurchschnittlich hohe Auftragseingänge zu verzeichnen gewesen. Im gesamten Geschäftsjahr sei mit einem weiteren Anstieg der Bauleistung zu rechnen. Beim operativen Ergebnis und beim Konzernüberschuss plant das Unternehmen einen „deutlichen Anstieg“. Die Mittelfrist-Planung des Baukonzerns sieht vor, dass der Überschuss bis zum Geschäftsjahr 2007 sich auf 100 Mill. € verdoppelt.

Analyst Achim Henke von der Investmentbank UBS urteilte, Bilfinger Berger werde 2005 wie geplant seine Profitabilität verbessern können, da der Auftragsbestand hoch sei und sich die Dienstleistungs-Sparte dynamisch entwickele.

Wegen des verlustreichen Brückenprojekts am Maumee River in den USA fiel das operative Ergebnis (Ebita) im abgelaufenen Jahr mit gut 80 (Vorjahr: 101) Mill. € deutlich schwächer als 2003 aus. Befragte Analysten hatten im Schnitt ein Ebita von 84 Mill. € vorausgesagt. Die Brückenarbeiten in Ohio waren nach einem tödlichen Unfall schon für mehrere Monate unterbrochen worden, kurz nach Wiederaufnahme der Arbeit kam es erneut zu einer schweren Panne, die aber ohne Verletzte ausging.

Infolge der dafür gebildeten Rückstellungen belief sich der Überschuss 2004 wie von Analysten erwartet nur auf 50 Mill. €. Im Jahr 2003 hatte Bilfinger Berger ein Sondererlös von 75 Mill. € aus dem Anteilsverkauf am Heizungsbauer Buderus an Robert Bosch zu einem Überschuss von 126 Mill. € verholfen.

Verbucht wurden die Rückstellungen für Maumee River in der Sparte Ingenieurbau, die die Hälfte ihres operativen Gewinns einbüßte. Mehr als 60 Mill. € und damit den Löwenanteil des Gewinns erwirtschaftete Bilfinger mit Dienstleistungen wie Gebäude-Management und Wartungsarbeiten für Produktionsbetriebe.

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