Zuversicht über Geschäftsaussichten steigt: Daimler-Chrysler genügt aktueller Fuso-Anteil

Zuversicht über Geschäftsaussichten steigt
Daimler-Chrysler genügt aktueller Fuso-Anteil

Trotz wachsender Zuversicht über die Geschäftsaussichten des japanischen Lkw- und Bus-Hersteller Fuso will der Automobilkonzern Daimler-Chrysler seinen Anteil an dem Unternehmen nicht weiter aufstocken.

HB STUTTGART. „Wir sind nicht daran interessiert, die weiteren 15 % zu übernehmen“, sagte der neue Chef der Daimler-Chrysler-Nutzfahrzeugsparte Andreas Renschler am Mittwoch in Stuttgart. Daimler-Chrysler ist derzeit mit 65 % an Fuso beteiligt und übernimmt demnächst weitere 20 % der Anteile vom defizitären japanischen Autobauer Mitsubishi Motors (MMC). Das Paket ist Teil einer Kompensation, die Daimler-Chrysler von MMC für Belastungen in Höhe von rund 500 Mill. € erhält, die durch über Jahre vertuschte Rückrufe bei Fuso angefallen sind. Die übrigen 15 % liegen bei anderen Firmen der Mitsubishi-Gruppe.

Die Nutzfahrzeug-Sparte von Daimler-Chrysler wird nach Renschlers Worten 2005 noch einmal ein gutes Ergebnis erzielen und die interne Zielvorgabe bei der Kapitalrendite von elf Prozent erfüllen. „Wir gehen noch einmal von einem guten Jahr aus“, sagte der frühere Chef der Kleinstwagen-Marke Smart, der seit Oktober 2004 als Nutzfahrzeug-Chef amtiert. Ein konkrete Gewinnprognose gab Renschler nicht ab, der Umsatz soll seinen Worten zufolge nicht unter der Vorjahreswert von 34,76 Mrd. € fallen. Das Geschäft sei zyklischen Schwankungen unterworfen, auf die sich das Unternehmen einstellen müsse. „Wir müssen uns auf andere Marktsituationen vorbereiten“, sagte Renschler. Deshalb solle die Effizienz weiter gesteigert werden, indem beispielsweise Komponenten wie etwa Motoren oder die Elektronik vereinheitlicht würden.

2004 hatte die in früheren Jahren unter einer schwachen Nachfrage in den USA und hohen Kosten leidende Nutzfahrzeug-Sparte ein Boomjahr verzeichnet. Daimler-Chrysler hatte weltweit 712 000 Lkw, Busse und Transporter verkauft nach 501 000 im Jahr zuvor. Der Betriebsgewinn der Sparte war um 64 % auf 1,332 Mrd. € geklettert.

Probleme bereitete jedoch die japanische Tochter Fuso, die über Jahre hinweg trotz technischer Mängel an den Fahrzeugen systematisch Rückruf-Aktionen unterließ. Nach Renschlers Angaben müssen nach Abschluss der internen Untersuchungen insgesamt rund eine Million Fuso-Fahrzeuge zurückgerufen werden, darunter auch Modelle mit Baujahr 1972. An Fuso hatte sich Daimler-Chrysler im Jahr 2002 beteiligt und im Frühjahr 2003 die Mehrheit übernommen.

Mittlerweile liege das Qualitätsniveau der Fuso-Fahrzeuge auf Konzern-Niveau. „Wir werden die alte Marktposition von Fuso noch nicht morgen wieder erreichen“, fügte Renschler jedoch hinzu. Die Verkaufserfolge von Fuso außerhalb Japans, die die Absatzeinbußen im Heimatland überkompensierten, stimmten positiv. Fuso sei ein Eckpfeiler in der Strategie des Konzerns. Asien ist der größte Absatzmarkt, dort wird jedes zweite weltweit gebaute Nutzfahrzeug verkauft.

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