Zuversichtlicher Ausblick
Salzgitter macht Ergebnissprung

Der zweitgrößte Stahlkonzern Salzgitter blickt nach einem Ergebnisschub in 2004 positiv auf das neu angelaufene Geschäftsjahr. Gleichwohl stellte der Konzern weitere Preiserhöhungen in Aussicht.

dpa-afx SALZGITTER. "Der Ausblick auf die kommenden Monate des laufenden Geschäftsjahres ist überwiegend von Zuversicht geprägt", teilte der im MDax notierte Konzern am Mittwoch in Salzgitter mit. Jedoch müssten die "teilweise exorbitanten Kostensteigerungen" für einige Rohstoffe der Stahlproduktion durch Preiserhöhungen in den kommenden Quartalen kompensiert werden.

"Die Situation zwingt uns geradezu zu weiteren Preiserhöhungen", sagte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage. Salzgitter werde aber abhängig von der Situation voraussichtlich in den kommenden Monaten für jedes Produkt einzeln entscheiden. Zum ersten Quartal hatte der Konzern bereits Preisanhebungen für Flachstahlprodukte und Grobblech durchgesetzt. Zuletzt hatte Salzgitter zudem eine weitere Erhöhung der Stahlpreise für April angekündigt.

Der aktuelle Stahlboom hatte Salzgitter im vergangenen Jahr einen kräftigen Ergebnissprung beschert. Sämtliche Erwartungen der Analysten wurden deutlich übertroffen. So erzielte der Konzern mit 322,8 Mill. Euro (Vj: 42,5) den höchsten Vorsteuergewinn seiner Geschichte. Von dpa-AFX befragte Analysten hatten mit 229 Mill. Euro gerechnet. Die Salzgitter-Aktie profitierte von den Zahlen und legte am Morgen kurz nach Börseneröffnung um 2,81 Prozent auf 17,19 Euro zu.

Der Überschuss kletterte von 28,1 Mill. auf 246,7 Mill. Euro. Der Umsatz erhöhte sich um 23 Prozent auf 5,9 Mrd. Euro. Negativ zu Buche schlugen außerplanmäßige Abschreibungen über 108,4 Mill. Euro auf das Anlagevermögen einiger Tochtergesellschaften. Dem stand ein positiver Effekt nach Ifrs aus der Umstellung von Bestandsbewertungen im Unternehmensbereich Stahl in Höhe von 35 Mill. Euro gegenüber.

Einen Großteil seines Nettoergebnisses erwirtschaftet Salzgitter im vierten Quartal, hier standen 136,3 (Vj: 5,7) Mill. Euro in der Bilanz. Vor Steuern erhöhte sich das Ergebnis von 9,6 auf 165,6 Mill. Euro. Der Außenumsatz lag bei 1,64 (Vj: 1,143) Mill. Euro.

"Wir haben im vergangenen Jahr eine extrem hohe Auslastung gehabt. Gleichzeitig hatten erstmals alle Segmente einen sehr guten Verlauf", sagte ein weiterer Salzgitter-Sprecher. Zudem hätten sich Ergebnisverbesserungsprogramme positiv ausgewirkt. Das Segment Stahl schaffte einen Vorsteuergewinn von 164 Mill. Euro nach 46,9 Mill. Euro im Vorjahr. Bei den Röhren stieg das Ergebnis vor Steuern von 2,6 Mill. auf 120,5 Mill. Euro. Der Handel steigerte sich von 13,1 Mill. auf 98,9 und die Dienstleistungen von 13,7 Mill. auf 20,4 Mill. Euro vor Steuern.

Lediglich die Verarbeitung beendete das Jahr mit einem Verlust von 0,2 Mill. Euro nach plus 0,1 Mill. Euro im Vorjahr. Das Segment leidet unter der schwachen Bauindustrie. Zudem werden hier Prototypen für die Autoindustrie gefertigt, eine Arbeit, die die Originalhersteller zunehmend wieder ins eigene Haus zurückholen. Während sich Salzgitter für den Geschäftsverlauf in den übrigen Bereichen zuversichtlich zeigte, rechnet der Konzern im Bereich Verarbeitung auch in diesem Jahr mit Problemen. Hier seien allenfalls "schwache Impulse" zu erwarten, hieß es.

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